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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Die Abhängigkeit der MCP-Gelenkbeweglichkeit von der Handgelenkstellung

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Sebastian Gehrmann - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Alberto Schek
  • Robert Kaufmann
  • Zong-Ming Li
  • M. Hakimi
  • J. Windolf

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh14

DOI: 10.3205/11dgh14, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh143

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Gehrmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Zeigefingergrundgelenk verfügt über einen hohen Bewegungsumfang, welcher von der Handgelenkstellung beeinflusst wird. Neben dynamischen Effekten zwischen Hand- und Zeigfingergrundgelenken können statische Positionen des Handgelenks den maximalen Bewegungsumfang des Grundgelenks mindern. Das Ziel der Studie war, den maximal möglichen aktiven Bewegungsumfang des Zeigefingergrundgelenks bei unterschiedlichen statischen Positionen des Handgelenks zu ermitteln.

Methodik: Eine 3D-Bewegungsanalyse des Zeigefingergrundgelenks wurde bei fünfzehn gesunden Probanden durchgeführt. Die Probanden führten aktive Flexions- und Extensionsbewegungen bei alternierender Radial- und Ulnarabduktion im Zeigefingergrundgelenk, so dass der gesamte Bewegungsumfang des Grundgelenks abgedeckt wurde. Das Handgelenk war währenddessen bei 9 verschiedenen Flexions- und Extensionspositionen fixiert. Die Bewegungen des Zeigefingergrundgelenks wurden mit einem Bewegungsanalysesystem gemessen, welches auf biaxialen Elektrogoniometern beruht. Um die maximalen Bewegungsumfänge des Zeigefingergrundgelenks zu berechnen, wurden die Bewegungsgrenzen aus den gemessenen Winkeldaten mit einem speziell erzeugten MatLab-Programm rekonstruiert und die Fläche innerhalb der Bewegungsgrenzen gemessen.

Ergebnisse: Die maximale Beweglichkeit des Zeigefingergrundgelenks in Flexion/Extension wurde bei 40° Handgelenkflexion gemessen und betrug 110,9°. Die minimale Gelenkbeweglichkeit wurde bei 80° Handgelenkextension festgestellt und betrug 85,3° (p<0.02). Die maximale Beweglichkeit des Zeigefingergrundgelenks in Radial-Ulnarabduktion (51,3°) war bei 0° Handgelenkextension zu messen, die minimale Gelenkbeweglichkeit in diese Richtungen (43,1°) lag bei 80° Handgelenkextension. Das Gesamtbewegungsausmaß des Grundgelenks reduzierte sich um 38,2% bei 80° Handgelenkextension im Vergleich zum maximal erreichten Gesamtbewegungsausmaß, das bei 40° Handgelenkflexion erreicht wurde (p<0.02).

Schlussfolgerung: Die Beweglichkeit des Zeigefingergrundgelenks wurde signifikant durch Änderungen der Handgelenkposition beeinflusst. Zur klinischen Messung der Fingergrundgelenkbeweglichkeit sollten stets standardisierte Handgelenkpositionen eingehalten werden, da es andernfalls zu hohen Messabweichungen kommen kann.