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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Problemanalyse der mittels Totalendoprothese Typ „Ivory“ behandelten Daumensattelgelenksarthrosen

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Jutta Kummer - Sana Kliniken Lübeck, Plastische-, Hand- u. Rekonstruktive Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Leefke Gertz
  • H.-H. Aschoff

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh03

DOI: 10.3205/11dgh03, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh036

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Kummer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In einem Zeitraum von 52 Monaten wurden 54 Patienten mit 58 Daumensattelgelenksarthrosen mittels einer Totalendoprothese Typ „Ivory“ versorgt. Operationstechnik und vorläufige Ergebnisse dieser alternativ zur Suspensionsarthroplastik entwickelten Behandlungsmethode wurden von Gertz et al. mittels Poster dargestellt. Aufgabe dieses Vortrags soll es sein, eine Fallanalyse der revisionspflichtigen Resultate aus diesem Patientengut zu erstellen und die sich hieraus ergebenden, notwendigen Schlüsse zu benennen.

Methodik: Von insgesamt 54 operierten Patienten konnten 38 nachuntersucht werden. 31 Patienten erreichten ein gutes bis sehr gutes Ergebnis, lediglich 4 Patienten zeitigten ein schlechtes Ergebnis. Bei 9 von den 58 operierten Händen wurden Revisionseingriffe erforderlich. Diese Fälle werden im Hinblick auf OP-Indikation, Auswahl des Operationsverfahrens, Operationstechnik, Komorbidität exemplarisch dargestellt. Es werden die funktionellen Ergebnisse und die Beschwerden im Alltag anhand des Bewertungsschemas nach Buck-Gramcko und des Quick-DASH-Fragebogens verglichen.

Ergebnisse: Die Analyse ergab, dass bei 5 der 9 revisionspflichtigen Fälle die Indikationsstellung für eine Totalendoprothese nicht streng genug gestellt wurde. 2 Patienten hatten eine Parese an der kontralateralen Extremität, 2 Patienten hatten eine Arthrose des scapho-trapezoidalen Geklenkes, bei einem Patienten lag eine Grundgelenksarthrosdese des betroffenen Daumens vor. Bei 3 Patienten kam es im Verlauf wg. einer Fehllage des Implantates zur Frakturierung bzw. zum Ausbruch der Pfanne aus dem Os trapezium. Bei einem Patienten kam es zu einem Implantatversagen. Bei insgesamt 4 Endoprothesen erfolgte die Entfernung des Pfannenmoduls, bei 2 Patienten wurde das Trapezium endoprothetisch ersetzt, 3 Luxationen konnten mittels Wechsel des Halsmoduls behoben werden. 8 dieser Patienten sind bisher nachuntersucht, davon 1 mit sehr gutem, 4 mit gutem, 1 mit befriedigendem und 2 mit schlechtem Ergebnis nach Buck-Gramcko. Der mediane DASH-Wert liegt bei 20,5.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisqualität nach Implantation einer Daumensattelgelenksprothese hängt von der exakten Indikationsstellung wie auch von der korrekten Platzierung der Gelenkpfanne ab. Vorbestehende Komorbiditäten der betroffenen Hand verschlechtern das Endergebnis signifikant, erfolgreiche Revisionseingriffe mit erforderlicher Neuimplantation der Gelenkpfanne oder deren Alternativen sind möglich.