gms | German Medical Science

51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

07.10.- 09.10.2010, Nürnberg

Arteriovenöse Malformationen (AVM) an der Hand – Eine interdisziplinäre Herausforderung an Diagnostik und Therapie

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Tim Lögters - Universitätsklnikum Düsseldorf, Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Mohssen Hakimi
  • Günter Fürst
  • Joachim Windolf
  • Michael Schädel-Höpfner

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Nürnberg, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgh63

DOI: 10.3205/10dgh63, URN: urn:nbn:de:0183-10dgh634

Veröffentlicht: 16. September 2010

© 2010 Lögters et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Kongenitale arterio-venöse Malformationen (AVM) an der Hand sind selten und durch dysplastische Gefäße ohne zelluläre Proliferation gekennzeichnet. Sie unterscheiden sich daher wesentlich von Gefäßtumoren. Die Diagnostik und Therapie der AVM stellen eine besondere interdisziplinäre Herausforderung an die behandelnden Ärzte dar. Anhand eines Fallberichts werden der diagnostische und therapeutische Algorithmus für die AVM dargestellt.

Methodik: Wir berichten von einer 20jährigen Patientin mit einer symptomatischen Schwellung am linken Handgelenk.

Ergebnisse: Bei Erstvorstellung lag der DASH bei 46,7 Punkten. Anhand einer MRT mit Kontrastmittel wurde eine AVM (DD: Hämangion) unmittelbar proximal des Handgelenks diagnostiziert. Eine digitale Substraktionsangiographie (DSA) der oberen Extremität wies einen sehr geringen arteriellen Anteil am Gefäßkonvolut aus. Auf der Basis dessen wurde die Indikation zur perkutanen Sklerosierung der venösen Anteile gestellt. Hierzu wurde ein Gemisch aus 2 ml Lipiodol und 2 ml Fibrovein unter Durchleuchtung in die venösen Anteile direkt injeziert. Postinterventionell wurde von der Patientin ein Druckverband für 2 Wochen getragen. Der DASH lag 3 Wochen nach der Intervention bei 25 Punkten.

Schlussfolgerung: Zur Standarddiagnostik der AVM an der oberen Extremität gehört primär eine MRT mit Kontrastmittel zur sicheren Unterscheidung von einem Hämangion. Sekundär sollte eine DSA zu Bestimmung der arteriellen und venösen Anteile des Konvoluts erfolgen. In Abhängigkeit von den Ergebnissen dieser Untersuchungen kann dann bei mehrheitlich arteriellen Anteilen eine Embolisation und bei mehrheitlich venösen Anteilen die perkutane Sklerosierung erfolgen.