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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Zehentransplantation bei kindlichen Fehlbildungen: Sind immer ausreichende Anschlussstrukturen vorhanden?

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Wiebke Hülsemann - Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Handchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Rolf Habenicht
  • Paul Preisser

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh50

DOI: 10.3205/09dgh50, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh509

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Hülsemann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In der Fehlbildungschirurgie ist der Fingerstrahlaufbau durch freie Zehentransplantation eine etablierte Behandlung. Die häufigsten Indikationen sind die monodaktyle und die peromele Form der Symbrachydaktylie. Doch sind bei den hypoplastischen Händen immer ausreichende Anschlusstrukturen für einen funktionell sinnvollen Aufbau vorhanden?

Methodik: Seit 1983 wurden 167 Zehentransplantationen bei fehlgebildeten Händen durchgeführt und ein standardisiertes operatives Vorgehen entwickelt. Anhand der alten OP-Berichte und der eigenen 10-jährigen Erfahrung werden die anatomischen Besonderheiten bei den häufigsten Indikationen wie monodaktyler und peromeler Form der Symbrachydaktylie und den transversalen Reduktionsdefekten zusammengestellt.

Ergebnisse: Bei den monodaktylen Formen fanden sich ausreichende Anschlussstrukturen und funktionell nicht störende karpale Synostosen. Bei der peromelen Form mit Amputation auf karpo-metakarpaler Höhe waren besonders die palmaren Strukturen verändert: die Beugesehnen waren im Karpus als Sehnenplatte mit geringem Hub ausgebildet und die Arterien in der Regel auf Handgelenkhöhe, die Venen auf Unterarmhöhe von ausreichendem Kaliber. Die Nerven waren immer hypoplastisch und insbesondere der N. medianus häufiger nicht angelegt. Auffallend schlechter waren die Strukturen bei den transversalen Reduktionsdefekten. Die Sattelgelenke waren versteift oder ankylotisch, die Hauptnerven teilweise nicht angelegt.

Schlussfolgerung: Bei allen Kindern war eine Zehentransplantation im Alter von 2 bis 5 Jahren technisch möglich. Als Grenze für einen funktionell sinnvollen Strahlaufbau hat sich die Amputation proximal der Karpometakarpalgelenke erwiesen.