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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Rekonstruktion des ulnaren Daumenseitenbandes mit transossärer Rückstichnaht nach distaler Bandverletzung: eine retrospektive Studie

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Susanne Rein - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hans Zwipp - Universitätsklinikum “Carl Gustav Carus”, Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Dresden, Deutschland
  • Martina Mittag-Bonsch - Klinikum Crailsheim, Abteilung für Orthopädie, Unfall-, Handchirurgie, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie, Crailsheim, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh38

DOI: 10.3205/09dgh38, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh383

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Rein et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Ziel dieser Arbeit war es die subjektiven und funktionellen Ergebnisse einer transossäre Rückstichnaht mit Bandnaht nach Kirchmayr-Kessler nach Ruptur des distalen ulnaren Daumenseitenbandes retrospektiv zu evaluieren.

Methodik: 60 Patienten wurden nach distaler ulnarer Daumenseitenbandruptur in einem Zeitraum von 1997 bis 2007 operativ versorgt. Patienten ohne Avulsionsfraktur und einer chirurgischen Therapie innerhalb von 14 Tagen wurden in Gruppe 1 (n=33) und länger als 14 Tagen in Gruppe 2 (n=13) eingeschlossen. Gruppe 3 (n=14) beinhaltete Patienten mit Avulsionsfrakturen. Alle Studienteilnehmer füllten einen Fragebogen aus, in welchem Angaben zum Alter, zu dem Geschlecht, zur dominanten Hand, zur Krankschreibungsdauer und zu Verletzungen des Skelettsystems und zu neuromuskulären oder neurologischen Erkrankungen ermittelt wurden. Weiterhin kamen der Disability of Arm, Shoulder and Hand (DASH) Score, die visuelle und verbale Schmerzanalogskala zur Anwendung. Die Fingerbeweglichkeit wurde mit einem Goniometer und die Daumenopposition mit dem Kapandji-Score bestimmt. Mit dem Jamar-Dynamo- und Pinchmeter wurde die Kraft für den Grobgriff, den Spitz- und Schlüsselgriff gemessen. Für die statistische Analyse zwischen allen Gruppen ist der Kruskal-Wallis-Test mit nachfolgendem Mann-Whitney-Test und Chi-Quadrat Test zur Anwendung gekommen. Der Wilcoxon-Test fand für die nichtparametrischen Daten zwischen der verletzten und unverletzten Hand Verwendung. Als signifikant wurde p≤0,05 für alle statistischen Tests definiert.

Ergebnisse: Die Nachuntersuchung erfolgte in einem durchschnittlichen Zeitraum von 68±33 Monaten (Spannweite: 24–140 Monate) postoperativ. Der DASH-Score wies keine signifikanten Unterschiede zwischen allen Gruppen auf, wobei sich durchschnittliche Werte von 2,4±0,3 Punkten für Gruppe 1, 4,6±9 Punkte für Gruppe 2 und 5±8 Punkte für Gruppe 3 ermittelt worden sind. Signifikante Unterschiede ergaben sich für die visuelle und verbale Schmerz-Analog-Skala bei (p=0,02) und nach (p=0,03) Belastung zwischen Gruppe 1 und 2. Im Vergleich zur kontralateralen Hand fanden sich signifikante Unterschiede für die Flexion im Interphalangealgelenk in Gruppe 1 (p=0,004) und die Radialabduktion des Daumens in Gruppe 3 (p=0,001). Die Fähigkeit den Daumen zu opponieren betrug im Kapandji-Score durchschnittlich 9,9±0,3 Punkte sowohl für die operierten als auch kontralateralen Daumen in allen Gruppen und zeigten somit keine signifikanten Unterschiede. Weiterhin bestanden signifikante Unterschiede im Vergleich zur kontralateralen Hand für den Spitzgriff in Opposition zum Ringfinger in Gruppe 1 (p=0,03) und Gruppe 3 (p=0,04) als auch für den Spitz- (p=0,02) und Schlüsselgriff (p=0,03) in Opposition zum Kleinfinger in Gruppe 1. Die Messung der Grobgriffkraft und der Handspanne ergaben keine signifikanten Unterschiede. Postoperative Komplikationen im Sinne von Infektionen, Wundheilungsstörung, Nachblutung und Weichteilkomplikationen als auch operative Revisionen bestanden nicht.

Schlussfolgerung: Zusammenfassend empfehlen wir aufgrund der guten bis sehr guten subjektiven und funktionellen Ergebnisse die transossäre Rückstichnaht-Technik als ein kostengünstiges, praktikables und komplikationsarmes Operationsverfahren, welches zur Rekonstruktion von frischen distalen ulnaren Daumenseitenbandrupturen mit und ohne Avulsionsfraktur verwendet werden kann.