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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Langzeitergebnisse nach Implantation der Moje-Keramik-Prothese für das Fingermittelgelenk

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Margot C. Wüstner-Hofmann - Klinik Rosengasse, Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Ulm, Deutschland
  • Albert Hofmann
  • Rainer Minholz

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh29

DOI: 10.3205/09dgh29, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh292

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Wüstner-Hofmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Ziel der Nachuntersuchung ist es, festzustellen, ob das zur Verfügung stehende Moje-Keramik-Implantat für den Fingermittelgelenkersatz im Langzeitverlauf den klinischen Ansprüchen und auch den Erwartungen der Patienten bzgl. Schmerzfreiheit und Beweglichkeit gerecht wird. Ergibt sich diesbezüglich eine Verbesserung seit dem Einsatz der neuen ACAMO-Generation?

Methodik: Das Moje-Keramik-Implantat für das Fingermittelgelenk ist ein zweiteiliges Keramikimplantat aus Zirkoniumoxidkeramik. Es wird zementfrei im Pressfit-Verfahren implantiert. Die Operationsmethode wird dargestellt. Das Prothesendesign wurde in den letzten Jahren über die 2. Generation bis zur jetzt vorliegenden 3. ACAMO-Generation kontinuierlich verbessert, die Schäfte wurden inzwischen mit Rillen zur Oberflächenvergrößerung versehen. Die Implantation ist mit den vorliegenden Instrumenten einfach zu handhaben.

Ergebnisse: Von Nov. 1999 bis Febr. 2009 implantiereten wir in unserer Abteilng die MOJE-Prothese für das PIP 76 mal bei 72 Patienten.Es handelte sich um 58 Frauen und14 Männer zwischen 26 und 75 Jahren. Die Diagnosen verteilen sich mit 85% auf primäre degenerative Arthrosen,10% posttraumatische Artrosen und 5% bei rheumatoider Arthritis. Es kamen bis 2005 die Prothesen der 1. und 2. Generation zum Einsatz, seit 2005 die der neuen ACAMO-Generation.66 Patienten wurden im zeitraum zwischen 3 Mon. und 9 Jahren 6 Mon. nachuntersucht (Durchschnitt: 4 J. 5 Mon).

5 der implantierten Prothesen der 1. Generation vor 2004 wurden inzwischen entfernt, getauscht oder in Arthrodesen umgewandelt. 1 Prothese wurde wegen Infekt entfernt, 3 Implantate mussten wegen Luxation revidiert werden.

Alle nachuntersuchten Fingermittelgelenke wiesen eine gute bzw. ausreichende Stabilität auf. Der Bewegungsumfang (ROM) der operierten Gelenke mit Moje-Prothese betrug bei der 1. Generation durchschnittlich 42°, in der neuen ACAMO-Generation 75°. Klin. und Rö-Ergebnisse werden dargestellt! Die Streckung war sowohl bei Prothesen der alten Generation als auch der neuesten Generation sehr gut.

Über 80% der Patienten waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und würden sich erneut operieren lassen. 95% der Patienten waren schmerzfrei.

Schlussfolgerung: Zusammenfassend ist die Methode im Langzeitverlauf trotz der beschriebenen geringen Komplikationen für die Patienten eine eindeutige Alternative zur Arhrodese. Nur wenige der Prothesen der 1. Generation mussten entfernt werden. Insbesondere die neue ACAMO-Generation hat deutlich bessere Ergebnisse bezüglich der Beweglichkeit.