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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Mittelfristige Ergebnisse der Behandlung der Rhizarthrose mittels Sattelgelenksprothese vom Typ Elektra

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Roland Stocker - Landesklinikum Thermenregion, Department für Unfallchirurgie, Handambulanz, Baden bei Wien, Österreich
  • Alexandra Macheiner

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh24

DOI: 10.3205/09dgh24, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh248

Veröffentlicht: 5. Oktober 2009

© 2009 Stocker et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Trapezektomie stellt noch immer den Golden Standard in der operativen Rhizarthrosebehandlung dar, die Endoprothetik des Sattelgelenkes hat sich bis dato noch nicht wirklich durchgesetzt. In der vorliegenden Arbeit sollte geprüft werden, ob die Sattelgelenksendoprothetik vergleichbare Ergebnisse zur Trapezektomie bringt.

Methodik: Von 6/2003 bis 8/2008 wurden insgesamt 35 Endoprothesen (Typ Elektra) bei 30 Patient/inn/en (25 Frauen, 5 Männern) mit einer Rhizarthrose Stadium 2 und 3, in einzelnen Fällen IV nach Dell bzw. Eaton / Littler implantiert. Das Durchschnittsalter betrug 64,5a (46–83). Bei der Vollmetall-Prothese handelt es sich um ein zementfrei zu implantierendes System mit Pressfit-Schaft in 3 Größen, modularer Kopf/Hals-Komponente in 4 Längen und einer Schraubpfanne. Eine zementierbare Pfanne steht ersatzweise zur Verfügung. Die Ruhigstellung erfolgte im Mittel für 3,15 Wochen (3–6).

Ergebnisse: 34 x waren keine intraoperativen Komplikationen zu verzeichnen, 1 x kam es zu einer Fissurierung des Trapeziums, bei festem Sitz der Pfanne. Eine Ruhigstellung von 6 Wochen wurde durchgeführt. Sämtliche Patienten konnten im Mittel 3,1a postop. (1–6a) radiologisch und klinisch nachuntersucht werden (13x war der Beobachtungszeitraum >4a, 20x>3a.). Prothesenauslockerungen oder spontane Luxationen waren keine zu verzeichnen. 3 Endoprothesen mussten nach Stürzen mit Sprengung des Trapeziums und völliger Verkippung der Pfanne nach 1½, bzw. 2½ und 3 Jahren entfernt werden. Bei 1 Patientin mit beidseitiger Endoprothese trat auf einer Seite 10 Wochen nach der Implantation eine blande Fistel auf (psychosomatisch bedingt – unmittelbar nach dem Suicid des Sohnes). Die Fistel konnte zur Abheilung gebracht werden. Bei 1 Patientin kam es zum Einwachsen des Ramus cutaneus n. radialis in die Narbe, eine operative Revision des Nervenastes wurde durchgeführt. Die Beweglichkeit des Daumens war zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung bei allen erhaltenen Endoprothesen gut, 29x wurde ein Kapandji-Index von 10 erreicht, 1x von 9, 2x von 8. 30x wurden keine, 2x mäßige Schmerzen angegeben. Die Auswertung der DASH-Fragebögen ergab einen Mittelwert von 7 Punkten (0–24) bei einer Skala von 0 bis 100.

Schlussfolgerung: Die Implantation von Sattelgelenksendoprothesen vom Typ Elektra erbrachte im vorgestellten Patientengut gute Ergebnisse, allerdings fehlen noch Langzeitergebnisse. Die aufgetretenen Komplikationen sind nicht prothesentypisch. Von Vorteil ist, dass die Länge des Daumenstrahles erhalten werden kann, was sich günstig auf Funktion und Kraft auswirkt. Als Rückzugsmöglichkeit bietet sich bei Fehlschlägen noch immer die Trapezektomie an. Die Ergebnisse sind den Resektionsplastiken zumindest ebenbürtig.