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3. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

23.02. - 25.02.2012, Hannover

Verarbeitung des Körperbildes bei Anorexia Nervosa

Meeting Abstract

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  • corresponding author Boris Suchan - Department of Neuropsychology, Ruhr-University, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). 3. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen. Hannover, 23.-25.02.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgess040

DOI: 10.3205/12dgess040, URN: urn:nbn:de:0183-12dgess0406

Veröffentlicht: 8. Februar 2012

© 2012 Suchan.
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Gliederung

Text

Eine verzerrte Körperwahrnehmung ist ein bedeutsamer Faktor der Anorexie Nervosa. In diesem Vortrag sollen verschiedene MRT/fMRT Studien vorgestellt werden, die zeigen, dass schon die frühe visuelle Körper-Verarbeitung bei Frauen mit Anorexia Nervosa verändert ist und mit einer Körperfehlwahrnehmung eng zusammenhängt. In einer ersten Studie wurden die strukturellen Veränderungen in den Gehirnen von Frauen mit Anorexia Nervosa untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine fokussierte Reduktion der grauen Substanz in der sogenannten extrastriatären Körperarea. Über die Differenz der visuelle Selbst- und Fremdeinschätzung des Körpers wurde ein Maß der Körperfehlwahrnehmung ermitteln welches mit dieser Reduktion negativ korrelierte. In einer weiteren Studie konnten wir zeigen, dass die Aktivierung in der extrastriatären Körperarea nach einer Körperbildtherapie anstieg.

Ergebnisse einer dritten Studie zeigen, dass die effektiven Konnektivitäten in dem für die visuelle Körperverarbeitung zuständigen Netzwerken sich zwischen Anorektikerinnen und gesunden Vergleichspersonen unterscheiden. Hierbei konnte ebenfalls ein deutlicher Zusammenhang zwischen reduzierter Konnektivität und Körperfehlwahrnehmung aufgezeigt werden. Insgesamt zeigen die Ergebnisse aller Studien bei Anorektikerinnen bereits Veränderungen in den Hirnbereichen auf, die mit der visuellen Körperverarbeitung assoziiert sind.