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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

„Essstörungen“ für Mädchen der 8. Klassen – Prävention und Sensibilisierung für das eigene Essverhalten und Körperbewusstsein

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessP15

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess89.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Schaare-Pieper et al.
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Gliederung

Text

Essstörungen und die daraus resultierenden gesundheitlichen und sozialen Folgen stellen eine zunehmende Herausforderung im Alltag von Lehrern, Schülern und Eltern dar. Unter Jugendlichen stellen sie heute eine der häufigsten schwerwiegenden Erkrankungen dar. Präventive Maßnahmen sind daher dringend erforderlich!

Die Zielsetzung des Projekttages „Essstörungen“ war, für das Thema zu sensibilisieren und auf die im Alltag versteckten Einstiegsmöglichkeiten in Übergewicht oder Magersucht im direkten Umfeld der Schüler aufmerksam zu machen.

Die teilnehmenden Schülerinnen sollten dazu angeregt werden, über ihr eigenes Essverhalten und Körperbewusstsein nachzudenken und gleichzeitig Hilfsangebote gezeigt bekommen.

Nach der Vorstellung der Moderatorinnen (eine Magersüchtige, eine Apothekerin, eine Sozialpädagogin) und einleitender Moderation durch die Schulsozialpädagogin wurde spielerisch zum Thema hingeführt.

Vier freiwilligen Teilnehmerinnen wurden die Augen verbunden. Dann sollten sie an vorbereiteten Lebensmitteln tasten, riechen und schmecken, d.h. ihre Wahrnehmung schulen.

Durch Fragen wie „Was ist ihnen bei dem Spiel aufgefallen? Wie ist es ihnen damit ergangen? Was haben sie erfahren?“ wurden die Schülerinnen für das Thema Essstörungen und die Präsenz im Alltag und Umfeld sensibilisiert und angeregt, über das eigene Essverhalten, über ihr Körper- bzw. Modebewusstsein nachzudenken.

Vertieft wurde das Thema durch die persönliche Schilderung der betroffenen Moderatorin. Wie sie in die Situation gekommen ist, was die Auslöser waren, wie es sich auf ihr Leben ausgewirkt hat, wie die Eltern/das Umfeld reagiert haben.

Was sie gelernt hat. Wie sich ihr Körper und ihre Seele nun verändert haben und warum sie diese Stunde mit den Mädchen verbringt.

Persönliche Fotos der betroffenen Moderatorin waren sehr hilfreich, um einerseits die Dramatik des Themas zu verdeutlichen, aber auch andererseits zu zeigen, dass es Wege heraus aus der Magersucht gibt, erkennbar in der heute normalgewichtigen jungen Frau.

Die Zusammenarbeit zeigte uns, dass es möglich ist, in dieser Form präventiv zu arbeiten. Wir sind uns aber darüber im Klaren, dass ein solcher Projekttag nur eine punktuelle Maßnahme darstellt, die dringend in ein umfassendes Konzept der Wahrnehmung und Prävention der Essstörungen eingebunden werden muss, um den langfristigen Erfolg solcher Aufklärungsmaßnahmen zu gewährleisten. Die Schule und die Apotheke allein können dies nicht gewährleisten!

Schule und Apotheke können und müssen Essstörungen wahrnehmen, aufmerksam machen, ansprechen, Kontakte und Hilfe vermitteln!