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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Wie gehen Zahnärzte mit Patienten um, bei denen sie eine bulimische Essstörung vermuten?

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Müller - Universität Essen, Psychsomatik
  • M. de Castro - Essen
  • R. Schlenk - Erlangen
  • M. de Zwaan - Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessP11

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess85.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Müller et al.
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Gliederung

Text

Die Untersuchung beschäftigte sich mit der Frage, ob Zahnärzte Zahnschäden infolge einer Bulimie erkennen, wie sie darauf reagieren und welche Empfehlungen sie ihren Patienten geben.

Es wurde ein entsprechender 10 Items umfassender Fragebogen entworfen, welcher gemeinsam mit den Mittelfränkischen und Oberfränkischen Zahnärztlichen Mitteilungen versandt wurde.

Insgesamt konnten 128 Fragebögen ausgewertet werden. 40 Prozent der befragten Zahnärzte nahmen an, bei mindestens der Hälfte ihrer esssgestörten Patienten als erste im Gesundheitswesen Tätige die Essstörung erkannt zu haben. 65 Prozent gaben an, mit Patienten, die bulimische Zahnschäden aufwiesen, immer ein Gespräch über das Themas Essstörung zu führen. Etwa zwei Drittel würden die Notwendigkeit einer Behandlung der Bulimie erwähnen, wobei nur ein Viertel über konkrete Behandlungsmöglichkeiten informieren würde. Als Behandler würden 60 Prozent den Allgemeinarzt nennen und nur jeweils 40 Prozent einen Psychiater oder Psychologen. Zur Mundhygiene nach dem Erbrechen würden 67 Prozent der Befragten empfehlen, die Zähne nicht zu putzen. 73 Prozent schlugen vor, den Mund nach dem Erbrechen mit Wasser zu spülen. 57 Prozent erachteten nach dem Erbrechen das Anwenden einer Fluoridlösung für sinnvoll. Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen den Empfehlungen der Zahnärzte und der Anzahl der von ihnen behandelten Patienten mit Essstörungen festgestellt werden.

Viele der an der Befragung teilnehmenden Zahnärzte erkennen Zahnschäden infolge bulimischer Essstörungen. Ihnen kommt in der Behandlung von Patienten mit Essstörungen eine wichtige Rolle bezüglich Früherkennung, Beratung in Sachen Zahnhygiene und Weitervermittlung im Gesundheitssystem zu. Dabei erscheint eine breitere Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Experten auf dem Gebiet der Essstörungen sinnvoll.