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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Psychophysiologische Indikatoren der Cephalic Phase Responses während der Nahrungskonfrontation bei Patientinnen mit Bulimia nervosa

Meeting Abstract

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  • corresponding author C. Usbeck - Universität Düsseldorf
  • C. Vögele - London
  • R. Pietrowsky - London

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessV20

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess63.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Usbeck et al.
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Gliederung

Text

Der Anblick oder Geruch von Nahrungsmitteln führt reflektorisch zu physiologischen Prozessen, den Cephalic Phase Responses (CPR), die physiologische Veränderungen durch die Nahrungsaufnahme kompensieren und Verdauungsprozesse initiieren sollen. Gemäß dem Konditionierungsmodell der Essanfälle sind bei Personen mit Essanfällen diese CPR besonders stark ausgeprägt und können daher Essanfälle auslösen. Bislang gibt es keine klare empirische Evidenz für dieses Modell. In zwei Experimenten wurden an Patientinnen mit Bulimia nervosa und Kontrollpersonen während der Konfrontation mit essanfallstypischen Nahrungsmitteln multiple physiologische Parameter als Indikatoren dieser CPR und subjektive Ratings erhoben.

In Experiment I wurde eine negative Stimmung als zusätzlicher Auslösereiz für CPR induziert. In Experiment II wurde die Konfrontation mit Nahrungsreizen mit der Konfrontation mit neutralen Reizen kontrastiert. In beiden Experimenten zeigte sich eine Erhöhung der CPR während der Nahrungskonfrontation. Die CPR unterschieden sich aber nur für den Speichelfluss zwischen Bulimikerinnen und Gesunden. In Experiment II traten vermehrter Speichelfluss sowie Änderungen in der subjektiven Befindlichkeit der Bulimikerinnen nur bei der Konfrontation mit Nahrungsmitteln, nicht mit neutralen Reizen, auf. Die Ergebnisse bestätigen die fehlende empirische Evidenz für stärkere CPR bei Bulimikerinnen. Zugleich bestätigen sie die Spezifität der subjektiven Reaktionen der Bulimikerinnen auf die Konfrontation mit Nahrungsreizen.