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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Moderater Freizeitsport als protektiver Faktor in der Entstehung auffälligen Essverhaltens?

Meeting Abstract

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  • corresponding author E. Bonekamp - Universität Potsdam, Institut für Psychologie
  • S. Rudolf - Potsdam
  • P. Warschburger - Potsdam

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessV2

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess45.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Bonekamp et al.
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Gliederung

Text

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist bei vielen Sportlern geringer ausgeprägt als bei Nichtsportlern (Reinking & Alexander, 2005), vermutlich weil durch den Sport der Körper stärker dem gesellschaftlichen Idealbild entspricht. Obwohl somit ein Risikofaktor für die Entwicklung gestörten Essverhaltens bei Sportlern geringer ausgeprägt ist, zeigen mehrere Studien bei Sportlern eine erhöhte Prävalenz von Essstörungen – vor allem bei denen, die auf einem hohen Leistungsniveau in Sportarten trainieren, die einen schlanken Körper erfordern (z.B. Ballett, Eiskunstlauf oder rhythmische Sportgymnastik; Smolak, Murnen & Ruble, 1999). Vermutlich spielt hier der hohe Leistungsdruck eine Rolle. Bei sportlicher Betätigung auf niedrigerem Leistungslevel zeigt sich hingegen eine deutlich geringere Rate auffälligen Essverhaltens, was auf eine protektive Wirkung des Sports hindeutet (Áugestad & Flanders, 2002). Wenig ist bisher über die Rolle von Freizeitsport bei Jugendlichen bekannt. Fraglich ist, ob sich moderater Freizeitsport über den positiven Einfluss auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und über eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und des Selbstwertes auf das Ausmaß gestörten Essverhaltens auswirkt.

Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse einer Studie berichtet, in der N=744 Schüler (davon 54% Mädchen) der Klassen 7 und 8 befragt wurden. Der Fragebogen enthielt Skalen zu: Sport (Teilskala OEQ), Essverhalten (EAT, EDI-2), Körperunzufriedenheit (EDI-UK, Körpersilhouetten), Selbstwert/Wohlbefinden (CHQ) und Bedeutsamkeit des Aussehens (ASI-R).

Berichtet werden die Zusammenhänge zwischen Sportart, Dauer und Intensität sowie auffälligem Essverhalten. Dabei werden auch vermittelnde und verstärkende Faktoren (Körperunzufriedenheit, Selbstwert und Wohlbefinden) berücksichtigt. Noch einmal gesondert betrachtet wird die Rolle von Sport bei Schülern mit auffälligem Essverhalten (EAT>20, 5% der Befragten), bei denen Sport eher die Funktion einer aktiven, gewichtsregulatorischen Maßnahme einnimmt (rigider Trainingsplan zur Gewichtskontrolle).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass moderater Freizeitsport einen günstigen Einfluss auf die Körperzufriedenheit und das Essverhalten hat. Die unterschiedlichen Einflussfaktoren und deren Wirkrichtungen sollen in nachfolgenden Untersuchungen im Längsschnitt abgeklärt und mit einer Stichprobe von Hochleistungssportlern verglichen werden.