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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Zusammenhänge zwischen Gewichtsverlauf, Knochendichte und Knochenstruktur bei Anorexia nervosa? Eine prospektive Studie

Meeting Abstract

  • corresponding author G. Milos - Universitätsspital Zürich, Psychiatrische Poliklinik, Zentrum für Essstörungen
  • A. Spindler - Zürich
  • P. Rüegsegger - Zürich
  • G. Hasler - Zürich
  • U. Schnyder - Zürich
  • A. Laib - Zürich
  • L. M. Gallo - Zürich
  • D. Uebelhart - Zürich
  • H. J. Häuselmann - Zürich

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgess08

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess08.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Milos et al.
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Gliederung

Text

Diese Studie untersucht Knochendichte und Knochenstruktur während zwei Jahren in einem Sample von Frauen mit Anorexia nervosa, die in einer Therapie sind.

Vier und Zwanzig 24 Frauen mit der Diagnose Anorexia nervosa wurden drei Mal untersucht: Bei Beginn der Studie, nach einem und nach zwei Jahren. Während dieser Zeit kam es bei neun Patientinnen zu einem Anstieg des BMI, wohingegen bei 15 Frauen der BMI unverändert blieb oder sank. Mittels Dual-Energy X-ray Absorptiometry (DXA) wurde die Knochendichte der Lendenwirbel, des Schenkelhalses und der totalen proximalen Huftregion untersucht zusätzlich wurde eine neue Methodologie, die drei dimensionale periphere quantitative Computer Tomographie (3D-pQCT) am ultradistalen Vorderarm (Radius) angewendet. Varianzanalysen für wiederholte Messungen der BMI-Werte und der Knochenparametern wurden angewendet.

Es zeigte sich, dass die Patientinnen, die während der Studie eine Gewichtzunahme erreichten, schon bei Studienbeginn eine höhere Knochendichte beim Schenkelhals und höhere Werte bei allen 3D-pQCT Parametern des ultradistalen Radius aufwiesen. Beide Gruppen unterschieden sich nicht am Anfang der Studie bezüglich der Knochendichte der Lendenwirbel. Varianzanalysen zeigten, dass die Knochendichte des Schenkelhalses und der totale proximale Huftregion signifikant zunahm und dass die gesamte Knochendichte (D100), die Knochendichte der trabeculären Fläche (Dtrab) und die kortikale Dichte (CTh) des ultradistalen Radius abnahmen. Eine Gruppe-Zeit-Interaktion zeigte zeitliche Änderungen in den zwei Gruppen bei der Knochendichte der Lendenwirbel und in den Parametern D100, DTrab und CTh des ultradistalen Radius.

In der Gruppe mit verbessertem BMI sank die Knochendichte der Lendenwirbel am ersten Follow-up und wuchs wieder am zweiten Follow-up. Die Patientinnen mit unverändertem oder tiefem BMI zeigten eine bescheidene konstante Verbesserung der Knochendichte bei den Lendenwirbeln. Das gleiche Verlaufmuster zeigte sich bei den Parametern D100, DTrab und CTh des ultradistalen Vorderarms.

Die Knochendichte an allen Lokalisationen mit beiden angewendeten Technologien (DXA und 3D-pQCT) verändert sich nicht parallel zu den BMI Veränderungen. Der Verlauf der Knochendichte und der Knochenstruktur variiert an den verschiedenen Lokalisationen. Auch bei positivem Gewichtsverlauf, scheint der Knochen zum regenerieren eine gewisse Latenzzeit zu brauchen.