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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Die Bedeutung des Leptins für die Anorexia nervosa

Meeting Abstract

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  • corresponding author J. Hebebrand - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Universität Duisburg-Essen

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgess05

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess05.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Hebebrand.
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Gliederung

Text

Leptin ist ein Hormon mit pleiotropen Funktionen, die zahlreiche Organe betreffen. Weil Leptin eine kritische Rolle bei der Anpassung des Organismus an eine Semistarvation zukommt, dient Anorexia nervosa als eine Modellerkrankung zur Identifikation der funktionellen Implikationen einer Hypoleptinämie. Umgekehrt sind einige Symptome dieser Essstörung auf die niedrigen Serumleptinspiegel zurückzuführen, die charakteristisch für eine akute Anorexia nervosa sind. Gewichtszunahmen bei Patientinnen mit Anorexia nervosa führen zu einer relativen Hyperleptinämie im Vergleich zu BMI-gematchten Kontrollen; die Serumspiegel steigen demnach innerhalb von nur wenigen Wochen von deutlich unterdurchschnittlichen auf überdurchschnittlich hohe Werte an.

Wir fassen Befunde zur Leptinsekretion im Rahmen der akuten Anorexia nervosa zusammen und fokussieren auf Implikationen für die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse, Knochendichte und körperliche Aktivität. Ohne Frage hat die Aufklärung der Funktion des Leptins bei der Anpassung eines Organismus an eine erniedrigte Energiezufuhr maßgeblich zum Verständnis einzelner wichtiger Symptome der Anorexia nervosa beigetragen. Besonders hervorzuheben ist hierbei das Zustandekommen der Amenorrhö, da diese sowohl nach ICD-10 als auch DSM-IV ein diagnostisches Merkmal darstellt.