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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Verbrennungen und Verbrühungen im Kindesalter: Ist eine weitere Prävention nötig?

Meeting Abstract

  • Katrin Backhaus - Chirurgische Universitätsklinik Würzburg, Abteilung für Kinderchirurgie, Würzburg
  • Patrik Sperling - Chirurgische Universitätsklinik Würzburg, Abteilung für Kinderchirurgie, Würzburg
  • Gertrud Krenzer-Scheidemantel - Chirurgische Universitätsklinik Würzburg, Abteilung für Kinderchirurgie, Würzburg
  • Engelbert Schroepfer - Chirurgische Universitätsklinik Würzburg, Abteilung für Kinderchirurgie, Würzburg
  • Thomas Meyer - Chirurgische Universitätsklinik Würzburg, Abteilung für Kinderchirurgie, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch646

DOI: 10.3205/12dgch646, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch6463

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Backhaus et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Verbrennungen und Verbrühungen zählen neben den Verkehrsunfällen zu den zweithäufigsten Verletzungen im Kindesalter. Während erstgradige Verbrennungen und Verbrühungen in der Regel keine ärztlichen Maßnahmen erfordern, stellen die zweit- und drittgradigen Verbrennungen und Verbrühungen im Kindesalter in Abhängigkeit vom Ausmaß häufig nicht nur ein kosmetisches, sondern auch ein funktionelles Problem dar.

Material und Methoden: Im retrospektiven Zeitraum von fünf Jahren wurden 184 Kinder im Alter von 1,5 Monaten bis 14,25 Jahren (Mittelwert: 3,7 Jahre; Median: 2 Jahre) auf Grund einer Verbrennung oder Verbrühung stationär behandelt.

Ergebnisse: (1) Verbrennungsursache: Flüssigkeiten: 67,5%, feste Gegenstände: 11,3%, offene Flammen: 11,3%, sonstige: 9,9%. (2) Während die Verbrennungsausdehnung (>95% bis max. 15% der Körperoberfläche) häufig durch den Notarzt überschätz wurde, wurde der Tiefengrad der Läsionen meist unterschätzt (I°: 4.3%, II°a: 8,6%, II°b: 39,6% und III°: 47,5%). (3) In 83,8% der Fälle war zusätzlich eine chirurgische Intervention erforderlich, wobei in über 95% eine Hauttransplantation erforderlich war. (4) Krankenhausaufenthalt: 1 bis 115 Tage (Mittelwert: 16,8 Tage, Median: 14 Tage). (5) Weitgehend komplikationsloses Einheilen der Spalthautdeckung mit guter Funktionalität unter Kompressionsbehandlung.

Schlussfolgerung: Verbrennungen und Verbrühungen stellen im Kindesalter auch weiterhin ein nicht zu unterschätzendes (Unfall-) Risiko dar, das in der Mehrzahl der Fälle zu tiefen, häufig drittgradigen Defekten führt, die weiterer funktioneller und kosmetischer chirurgischer/kinderchirurgischerTherapie bedürfen. Daher ist auch heute eine weitere intensive Aufklärungsarbeit durch Ärzte, Selbsthilfegruppen und/oder Medien zu fordern.