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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Outcome von Verbrühungen und Verbrennungen im Kindesalter in Malawi

Meeting Abstract

  • Melanie Kapapa - Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Sektion Kinderchirurgie, Ulm
  • Clothilde Leriche - Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Sektion Kinderchirurgie, Ulm
  • Doris Henne- Bruns - Universitätsklinik Ulm, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Ulm
  • Alexandre Serra - Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Sektion Kinderchirurgie, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch643

DOI: 10.3205/12dgch643, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch6437

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Kapapa et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In Malawi machen Verbrühungen und Verbrennungen etwa 30% aller Unfälle im Kindesalter aus. Häufig führen die landestypischen Kochgewohnheiten zu schwersten Verletzungen gerade im Kleinkindalter. HIV/AIDS und Mangelernährung der Kinder verlangsamen häufig die Wundheilung. Die Todesrate aller Unfälle im Kindesalter liegt bei etwa 7,5%, davon sind 75% Verbrühungen/ Verbrennungen.

Material und Methoden: Die Kinderchirurgie der Uniklinik Ulm analysiert alle Verbrühungen und Verbrennungen im Kindesalter seit 2008. In beiden Ländern erfolgt die Erfassung der Anamnese und Dokumentation des klinischen Verlaufs mit statistische Auswertung. Die ehemals betroffenen Hautareale werden mit der Vancouver Scar Scale beurteilt und Einflussfaktoren auf die Narbenentstehung bestimmt. Bei Einschränkungen der Motorik erfolgte eine Beurteilung der aktiven und passiven Bewegungseinschränkung mittels standardisierten Auswertebögen F4224 und F4222 der Berufsgenossenschaften. Dabei wird die Neutral-0-Methode verwendet. Aufgrund dieser einfachen Untersuchungsmethoden ist auch die Anwendung in einem Entwicklungsland ohne Probleme möglich.

Ergebnisse: Die Ausdehnung und Tiefe der Verbrühungen und Verbrennungen in Malawi ist häufig 3° ausgeprägt. Das Auftreten einer Wundinfektion kommt deutlich häufiger vor als im deutschen Vergleichskollektiv. Der Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung und das Alter des Kindes sind wichtige Faktoren für das Überleben und für das funktionelle Outcome. Kostspielige Methoden wie die Anwendung von Suprathel® werden nicht durchgeführt. In der Gruppe aus Ulm waren fast alle Kinder innerhalb der ersten Stunden nach dem Unfallereignis versorgt, die Rate von Suprathel® Anwendungen lag bei etwa 2/3 bei 2° Verbrennungen oder Verbrühungen.

Schlussfolgerung: Die Untersuchungen zeigen, dass auch einfachere Therapieoptionen wie sie in einem Entwicklungsland herrschen, ein gutes funktionelles und kosmetisches Outcome bei Kindern haben können. Dabei kommt es maßgeblich auf die Lokalisation und das Ausmaß der Verletzung in Abhängigkeit vom Alter des Kindes und dessen Grunderkrankungen an. Zusätzlich spielt der Zeitrahmen, in dem medizinische Versorgung in Anspruch genommen werden kann, eine große Rolle.