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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Blombierung des kleinen Beckens durch erweiterten myocutanen vertikalen Rektus abdominis Lappen (VRAM) nach zylindrischer Rektumextirpation – Fallserie

Meeting Abstract

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  • Sonja Dahmann - Klinikum Stadt Soest, Plastische Chirurgie, Soest

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch635

DOI: 10.3205/12dgch635, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch6358

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Dahmann.
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Gliederung

Text

Einleitung: Beim tiefsitzenden, fortgeschrittenen Retum-CA ist die bislang übliche sanduhrförmige Rektumresektion nicht ausgedehnt genug, um die potentiell infiltrierte Beckenbodenmuskulatur zu entfernen. Die zylindrische Resektion hingegen erfasst diese mit, hinterlässt jedoch einen großen Beckenbodendefekt. Mit dieser Arbeit möchten wir die Möglichkeiten der interdisziplinären Defektdeckung mittels extended VRAM als myokutanen Insellappen darstellen.

Material und Methoden: In unserem Klinikum wurden drei Patienten (2 weiblich, 44+91 J.; 1 männlich, 68 J.) mit tiefsitzendem Rectum-CA mittels zylindrischer Rektumextirpation interdisziplinär operiert, wobei einzeitig die Defektdeckung durch einen erweiterten Rektus abdominis Schwenklappen als Insellappen (VRAM) distal gestielt erfolgte.

Ergebnisse: Es gab keine intraoperativen Komplikationen. Postoperativ entwickelte ein Patient eine Wundheilungsstörung in der vorbestrahlten Dammregion, eine Patientin erlitt eine Partialnekrose des Insellappens, die unter regelmäßiger Wundversorgung abheilte.

Schlussfolgerung: Der erweiterte VRAM eignet sich besonders gut zur Deckung des Beckenbodendefekts nach Rektumextirpation, da er aus einer unbestrahlten Körperregion stammt, über eine Monitorinsel zur Durchblutungsbeurteilung verfügt und den Patienten beim Sitzen und Liegen nicht beeinträchtigt. Durch die Verlagerung des erweiterten VRAM als myocutaner Insellappen durch das kleine Becken in das Perineum kann zum einen durch eine Muskelblombage ein Prolaps von Darmschlingen verhindert werden, zum anderen eine Defektdeckung perineal erreicht werden. Alter und Komorbidität stellen keine Kontraindikationen dar.