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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Der gestielte Omentum-majus-Transfer zur Therapie komplexer Defektwunden

Meeting Abstract

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  • Thomas Schmandra - Klinikum der Goetheuniversität, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt / M.
  • Michael Meyn - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main
  • Thomas Schmitz-Rixen - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch628

DOI: 10.3205/12dgch628, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch6288

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schmandra et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Behandlung großflächiger Defektwunden mit freiliegenden Gefäßen oder Gefäßprothesen stellt eine außerordentliche chirurgische Herausforderung dar. Vorgestellt wird das Behandlungskonzept des nach extraabdominal durchgeführten gestielten Omentum majus-Transfers zur biologischen, vaskularisierten Weichteildeckung als vergleichsweise schnelle und einfache Alternative zu aufwendigen Lappenplastiken.

Material und Methoden: Verlegt wird ein 70j. Patient mit bekanntem metastasierendem Plattenepithelcarcinom und exulzerierend wachsendem Tumor in der linken Leiste mit bereits stattgehabter Blutung. Im verlegenden RTW kommt es zu einer akuten arteriellen Blutung aufgrund einer Arrosion der A. iliaca externa links. Es erfolgt die manuelle Kompression der Blutung. Der im Schock befindliche Patient wird unmittelbar im OP chirurgisch versorgt.

Ergebnisse: Es erfolgt die Blutungskontrolle mit ausgedehnter inguinaler Tumorresektion und Entfernung des infiltrierten Gefäßabschnittes. Zur Revaskularisation wird ein alloplastisches iliaco-femorales Interponat angelegt. Aufgrund der Größe des Defektes erfolgt die temporäre Weichteil- und Gefäßprothesenabdeckung. Nach Stabilisierung des Patienten wird ein an den gastroepiploischen Gefäßen gestielter Omentum-majus-Lappen von abdominal nach inguinal transferiert, womit sich eine gut vaskularisierte biologische Deckung von Gefäßrekonstruktion und Wunde erzielen läßt. Nach Vakuumkonditionierung des Omentum-Lappens erfolgt die abschließende Meshgraft-Transplantation. Der Patient kann mit funktionierendem Interponat und befriedigender Weichteildeckung bei problemlosem enteralem Kostaufbau zeitnah entlassen werden.

Schlussfolgerung: Der extraabdominale Transfer eines gestielten Omentum-majus-Lappen stellt ein geeignetes Verfahren dar, großflächige Defektwunden mit frei liegenden Gefäßen bzw. Gefäßprothesen zur biologischen und gut vaskularisierten Weichteildeckung zu bringen. Es sollte insbesondere beim kritischen Patienten als wenig zeitaufwendige Alternative zu sonst notwendigen Schwenk- oder freien Lappendeckungen bedacht werden. Dabei kann der Omentum-majus-Transfer bei Eignung des Patienten laparoskopisch durchgeführt werden, was eine weitere Minimierung des Eingriffs darstellt.