gms | German Medical Science

129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Sicherheit und Effektivität einer „Closed Loop“ Magenstimulation bei adipösen Patienten (abiliti®)

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Thomas Horbach - Stadtkrankenhaus Schwabach, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Schwabach
  • Andreas Thalheimer - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik & Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Günther Meyer - Wolfart Klinik, AMC - Zentrum für Adipositas- und Metabolische Chirurgie, München-Gräfelfing

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch595

DOI: 10.3205/12dgch595, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5950

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Horbach et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Sicherheit und Effektivität des abiliti® Systems wurde in einer deutschen Multicenterstudie geprüft. Das System besteht aus einem transgastralen Nahrungsaufnahmesensor, der eine bedarfsadaptierte Magenstimulation auslöst, die zu einem Sättigungsgefühl führt. Das System zeichnet die körperliche Aktivität über ein 3-D-Akzelerometer und die Zeitdauer der Nahrungsaufnahme auf. Es werden erlaubte Nahrungsaufnahmeintervalle definiert, außerhalb dieser Zeiten erfolgt sofort eine Stimulation beim Essen oder Trinken. Ziel ist eine Verhaltensmodifikation ohne klassische Restriktion oder Malabsorption.

Material und Methoden: Das abiliti® Magenstimulationssystem wurde laparoskopisch bei 34 adipösen Patienten (BMI 35 – 55 kg/m2) implantiert. Die Patienten wurden engmaschig nachgesorgt, erhoben wurde: Körpergewicht, Nahrungsaufnahme und körperliche Aktivität. Berichtet wird über 25 Patienten, die zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung bereits ein Jahr Therapie absolviert hatten. Die Effektivität wurde an Hand der monatlich erreichten Gewichtsreduktion beurteilt. Änderungen des Essverhaltens wurden mit dem „Three Factors Eating Questionaire“ (TFEQ) vor der Implantation und nach 3, 6 und 12 Monaten nach der Therapieaktivierung erfasst. Die körperliche Aktivität der Patienten wurde zu den gleichen Zeitpunkten erfasst. Studienpopulation: Geschlechterverhältnis (F=20 / M=5), Altersmittel 44,9 (26-60) Jahre, Durchschnittsgewicht 119,9 (89,8 – 153,7) kg, BMI 42,1 (35-54,3) kg/m2.

Ergebnisse: Gewichtsreduktion (Mittelwert, SD): „Excess Weight Loss“ (EWL) 3 Monate 17,1% (± 8,9), 6 Monate 23,9% (± 11,9), 12 Monate 30,0 % (± 17,1) zu verzeichnen. Essverhalten: Die kognitive Kontrolle verbesserte sich signifikant nach 3 Monaten, Kontrollverlust und Hunger waren signifikant rückläufig nach 6 und zwölf Monaten. Körperliche Aktivität:Im Vergleich zur Ausgangsaktivität war eine signifikante Steigerung nach 3, 6 und zwölf Monaten zu verzeichnen. Erwartungsgemäß war der Gewichtsverlust bei den Patienten signifikant besser, die ihre moderate bis ausdauernde Aktivität kontinuierlich gesteigert haben.

Schlussfolgerung: Zusätzlich zu signifikanter Gewichtsreduktion traten Änderungen im Ess- und Bewegungsverhalten unter Magenstimulation über 12 Monate ein. Die sich verbessernde kognitive Kontrolle über das Essverhalten zeigt eine positive Verhaltensänderung auf. Das kontinuierlich absinkende Hungergefühl bestätigt das durch das System vermittelte Sättigungsgefühl. Die Möglichkeit, die eigene körperlich Aktivität objektiv kontrolliert zu bekommen, wirkt offensichtlich motivierend.