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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Notfall-Rekonstruktion der A. carotis bei Z.n. Radiochemotherapie und Neck-Dissection

Meeting Abstract

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  • Adela Micota - Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH, Allgemein- und Visceralchirurgie, Mittweida
  • Constance Aldinger - Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH, Allgemein- und Visceralchirurgie, Mittweida
  • Lutz Mirow - Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH, Allgemein- und Visceralchirurgie, Mittweida

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch567

DOI: 10.3205/12dgch567, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5674

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Micota et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Pseudoaneurysmen der A. carotis kommen in der klinischen Praxis sehr selten vor. Insgesamt sind in der Literatur 8 Fälle beschrieben, bei denen es in der Folge von Radiochemotherapie und operativer Versorgung zu zum Teil posttraumatischen Läsionen der Carotis oder auf der Grundlage eines Tumorgeschehens zu Fistelungen im Bereich der carotiden gekommen ist.. Eine echte arteriocutane Fistel der carotis externa wurde bisher in der Literatur nicht beschrieben.

Material und Methoden: Vorgestellt wird der Fall eines 47 Jahre alten Patienten bei Zustand nach Oropharinxkarzinom mit primären operativen Versorgung im 2010 und anschliessender Radiochemotherapie, Der Patient stellte sich wegen eine akute arterielle Blutung aus der linken Halsseite vor. Bei akuten hypovolämischen Schock wurde der Patient, nach Stabilisierung der Kreislaufverhältnisse, notfallmäßig operativ versorgt. Intraoperativ stellte sich eine arteriocutane Fistelung aus der A. carotis communis, unterhalb der Carotisgabel dar. Infolge der radiochemischen Vorbehandlung waren die Gefäße komplett destruiert und sehr dünnwandig, so dass eine Rekonstruktion der Arterienwand nur mit Interponat möglich war. Die A. Carotis communis und die Carotisgabel wurden reseziert und mit einem Interponat der V. Saphena magna rekonstruiert. Die Wiederherstellung der Carotisgabel erfolgte durch Reinstertion der A. carotis externa in die A carotis interna. Der postoperative Verlauf zeigte sich komplikationslos der Patient blieb neurologisch unauffällig. In der postoperativen duplexsonographischen Untersuchung zeigte sich sowohl eine durchgängige A. carotis communis als auch eine suffiziente Passage der Carotisbifurkation und der ACI links. Der Patient konnte in gutem Allgemeinzustand in die ambulante Behandlung entlassen werden.

Schlussfolgerung: Arteriocutane Fisteln sind in der Literatur noch in keinem Fall eindeutig beschrieben. Sie stellen somit eine sehr seltene Komplikation von Eingriffen am Hals dar. Die Rekonstruktion der A. carotis mittels Saphena-Interponat kann is desem zusammenhang eine hilfreiche Methode sein, welche zwar technisch anspruchsvoll aber sicher zu Anwendung kommen kann. Aufgrund der Seltenheit des Krankheitsbildes kann nur eine fallbezogene Behandlung erfolgen.