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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Wer nimmt das Blut ab? Akzeptanz der ärztlichen Entlastung durch Studenten bei Patienten und Pflegenden

Meeting Abstract

  • Tobias Schilling - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Regina Karthaus - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Cornelius Jäger - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Axel Haverich - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch553

DOI: 10.3205/12dgch553, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5538

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schilling et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei einem Casemix-Index von 5,8 in der Abteilung besteht nicht zuletzt aufgrund Schwere der Eingriffe und der zahlreichen Komorbiditäten der Patienten in der Herzchirurgie die Indikation zur täglichen routinemäßigen Blutentnahme. Insbesondere an den Wochenenden entsteht hier für die diensthabenden Ärzte eine Arbeitsbelastung von bis zu 80 Blutentnahmen täglich, deren fristgerechte Durchführung aufgrund von Notfällen besonders am Wochenende eine Herausforderung darstellt.

Auf der anderen Seite erwirbt sich der Arzt durch die regelmäßigen Blutentnahmen auf diesem Feld eine notwendige Kompetenz und die Patienten erhalten die Möglichkeit zu einem zusätzlichen ärztlichen Gespräch.

Ziel der Arbeit war daher die Evaluation der Akzeptanz und Qualität der Blutentnahmen durch erfahrene Medizinstudenten bei Ärzten, Patienten, Pflegenden und den Studenten selbst.

Material und Methoden: In der Abteilung wurde ein Blutentnahmedienst durch erfahrene Medizinstudenten eingerichtet. Die Organisation der Dienste erfolgt in Absprache mit einem Assistenzarzt durch die Studenten. Die Akzeptanz der Studenten sowie deren soziale Kompetenz, das Schmerzempfinden, erfolglose Punktionsversuche etc. wurde in dokumentierten Interviews bei den Patienten (n=90) ebenso abgefragt wie die Akzeptanz und terminliche Zuverlässigkeit bei den Pflegenden (n=42).

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurde eine nahezu lückenlose Besetzung des Blutentnahmedienstes gewährleistet. Fälle, in denen die Punktion durch den Arzt durchgeführt werden musste, wurden selten berichtet und wurden von den Ärzten sogar positiv empfunden, weil sie so das Gefühl erhielten in den Prozess, für den sie nach wie vor verantwortlich sind, mit eingebunden zu bleiben. Die Patienten akzeptieren die Studenten bei der Blutentnahme nahezu vollständig. Ein erhöhtes Schmerzempfinden oder Beschwerden traten nicht auf. Die Pflege berichtet uneingeschränkt von positiven Effekten auf die Arbeitsabläufe.

Schlussfolgerung: Routinemäßige Blutentnahmen durch erfahrene Medizinstudenten in einer Klinik mit hohem Probenvolumen werden von allen Beteiligten positiv eingeschätzt. Die Studenten haben zudem einen Nebenjob bei dem sie sich für ihre weitere Karriere bereits ein Kliniknetzwerk aufbauen können und lernen grundlegende klinische Tätigkeiten. Insgesamt wird die Fortführung dieses Dienstes empfohlen.