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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Wie hoch ist die sekundäre Fistelrate nach Exzision eines perianalen Abszesses?

Meeting Abstract

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  • Thomas M. Rolfs - Kliniken Essen Mitte, Chirurgie, Essen
  • Claus Schmidt - Kliniken Essen Mitte, Chirurgie, Essen
  • Andreas Ommer - End- und Dickdarmpraxis Essen, Koloproktologie, Essen
  • Martin K. Walz - Kliniken Essen Mitte, Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Essen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch531

DOI: 10.3205/12dgch531, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5315

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Rolfs et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Abszesse in der Perianalregion sind ein häufiges Krankheitsbild mit akutem chirurgischem Handlungsbedarf. Häufigste Ursache sind Entzündungen der Proktodealdrüsen. Die Analfistel ist als chronische Form desselben Krankheitsbildes zu werten. Wie häufig sekundär Analfisteln nach Exzision des Abszesses entstehen ist Gegenstand dieser Untersuchung.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 01/2007 bis 12/2009 wurden bei insgesamt 111 Patienten (91m/20w Durchschnittsalter 48,5 Jahre) perianale Abszesse in unserer Klinik exzidiert. Es wurde jeweils eine ovaläre Exzision des Abszesses vorgenommen. Ausgeschlossen wurden Patienten mit Abszessrezidiven, Akne inversa, Morbus Crohn und Patienten mit einem direkten Nachweis einer Analfistel bei der Primäroperation. Die Patienten wurden nach durchschnittlich 36,4 Monaten nachuntersucht

Ergebnisse: Es konnten 107 von 111 Patienten nachuntersucht werden (97,3%). Bei 11 Patienten (10,3%) trat eine Analfistel nach durchschnittlich 9 Monaten auf (6 intersphinktere, 5 transsphinktere Fisteln). Die Behandlung der Fisteln erfolgte durch Fistelspaltung oder Fistulektomie mit Rekonstruktion. Bei 3 Patienten (2,8%) wurde ein ipsilaterales Abszessrezidiv beobachtet. Drei weitere Patienten wurden wegen kontralateraler Abszesse behandelt.

Schlussfolgerung: Nach Exzision eines perianalen Abszesses sind die Rezidive und die sekundären Fisteln selten. Eine intensive Fistelsuche beim Primäreingriff ist unnötig.