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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Der Effekt von Propranolol auf Kardiovaskuläre Parameter in der Akutbehandlung Schwerverbrannter Kinder

Meeting Abstract

  • Ludwik Branski - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • Spogmai Komak - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Surgery, Galveston, TX
  • Noe Rodriguez - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Surgery, Galveston, TX
  • Celeste Finnerty - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Surgery, Galveston, TX
  • Karsten Knobloch - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • Peter Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • David Herndon - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Surgery, Galveston, TX

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch507

DOI: 10.3205/12dgch507, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5074

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Branski et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Schwere Brandverletzungen sind von einer ausgeprägten hypermetabolischen und katabolen Stoffwechsellage begleitet, die proportional zur Größe der Brandverletzung ist und über zwei Jahre andauert. Der Hypermetabolismus ist gekennzeichnet durch einen Anstieg des Herzzeitvolumens und der Stoffwechselrate, einer drastischen Erhöhung des Energiebedarfs, einem Abbau von Proteinen und Knochen, der Insulinresistenz, und schließlich dem Anstieg von Infektion und Wundheilungsstörungen. Der Beta-Adrenerge Rezeptor-Antagonist Propranolol vermindert das Herzzeitvolumen und die Herzarbeit bei schwerverbrannten Kindern. Wir untersuchten den Effekt von Propranolol auf kardiovaskuläre Parameter mittels Transpulmomärer Thermodilution

Material und Methoden: Schwerverbrannte Kinder mit einer Verbrennungsgröße über 40% Körperoberfläche (KOF) wurden in eine Kontrollgruppe (K, n=35) und eine Propranolol-Behandlungsgruppe (P, n=29) aufgeteilt. Der Mittlere Arterielle Druck (MAP), Herzfrequenz (HR), Cardiac Index (CI), systemischer Widerstand (SVRI), Intrathorakales Blutvolumen (ITBVI), und Lungenwasser (EVLW) wurden mittels Transpulmonärer Thermodilution (PiCCO –Monitor) gemessen. Messwerte, die direkt nach der 8-stündlichen Eichung mit Kaltwasserbolus ermittelt wurden, flossen in die Auswertung ein. Die Messwerte in der Akutphase (bis zu 30 Tagen nach Verbrennung) zwischen den Gruppen wurden miteinander verglichen.

Ergebnisse: Die Baseline HR war in beiden Gruppen vergleichbar (K:153 ±29 vs. P: 150 ± 32 bpm). Nach vier Tagen Behandlung mit bis zu 4mg/kg KG tägliche Gabe von Propranolol wurde eine signifikante Abnahme der HR erreicht (P: 132 ±23 vs. K: 151 ±18 bpm, p<0,01). Der CI verringerte sich ab Tag 3 signifikant (K: 6,3 ± 0,8 vs. P: 5,4 ±1,0, p<0,05). Propranolol führte zu einer transienten Abnahme des MAP (Tag 6-8), alle anderen Parameter (SVRI,ITBVI und EVLW) waren in den beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich.

Schlussfolgerung: Schwere Brandverletzungen resultieren in einer hyperdynamischen Kreislauflage, die durch die vielfach erhöhten Plasma-Katecholaminlevel bedingt ist. Die Beta-Blockade verringert die Herzarbeit und den Energieumsatz. Propranolol reduziert HR und CI, wobei die Reduktion der Herzarbeit auf einer Verminderung der Herzfrequenz und nicht einer Verminderung des Schlagvolumens basiert. Propranolol hat keinen signifikanten Einfluss auf den Mitteldruck und die volumetrischen Parameter (ITBV und EVLW) und wird hämodynamisch gut toleriert.