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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Geschlechtsspezifisches Outcome in der Therapie des infrarenalen Aortenaneurysmas

Meeting Abstract

  • Martin Storck - Städt.Klinikum Karlsruhe, Klinik für Gefäß-und Thoraxchirurgie, Karlsruhe
  • Georg Rothenbacher - Städt.Klinikum Karlsruhe, Klinik für Gefäß-und Thoraxchirurgie, Karlsruhe
  • Regine Gattwinkel - Städt.Klinikum Karlsruhe, Klinik für Gefäß-und Thoraxchirurgie, Karlsruhe
  • Peter Karl Modic - Städt.Klinikum Karlsruhe, Klinik für Gefäß-und Thoraxchirurgie, Karlsruhe

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch469

DOI: 10.3205/12dgch469, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4695

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Storck et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In deutschsprachigen Leitlinien wird bisher keine geschlechtsspezifische Indikationsstellung beim infrarenalen Aortenaneurysma formuliert, obwohl es Hinweise auf ein ungünstigeres Outcome des weiblichen Geschlechts gibt. Zwar ist das weibliche Geschlecht ein negativer Risikofaktor für die Entstehung eines AAA (Odds Ratio 0,47), die Eingriffe erfolgen aber in höherem Lebensalter. Die Relevanz der relativ späteren Indikationsstellung bei 0.3 cm kleineren physiologischen Aortendurchmesser sowie eventueller Unterschiede im perioperativen Mangement bleibt dabei unklar.

Material und Methoden: In einer Literaturrecherche, sowie der Datenanalyse des Qualitätsregisters der DGG und der ESVS (Second Vascular Surgery Database Report) wurden nach den Kriterien: Krankenhausletalität, Alter und Aortendurchmesser bei Eingriff gesucht. Das eigene Krankengut von 1/2009 bis 7/2011 wurde hinsichtlich geschlechtsspezifischer Unterschiede bzgl. perioperatives Outcome beim elektiv operierten oder rupturierten AAA ausgewertet.

Ergebnisse: In einer Metaanalyse konnten >500.000 Patienten aus 61 prospektiven Studien ausgewertet werden (Grootenboer, Br. J Surg 2010;97:1169). Frauen wiesen eine erhöhte Letalität von 2.5.% gegenüber Männer auf (7,6% vs. 5.1%). Auch endovaskuläre Eingriffe wiesen in der Odds Ratio ein höheres Risiko auf. In einer weiteren Studie konnte auch nach Altersstratfizierung in 10-Jahresabschnitten eine höhere Letalität nachgewiesen werden. Im ESVS Report (>35.000 Fälle) zeigte sich, dass Frauen häufig in einem höheren Lebensalter operiert werden als Männer. Ursache hierfür könnte die relativ zu späte Indikationsstellung sein, da bei einem Durchmesser von 5.5 cm bereits ein vierfach erhöhtes Rupturrisiko besteht. Im eigenen Krankengut waren diese Unterschiede vin 163 konsekutiven Fällen allerdings nicht nachvollziebar, die Letalität des elektiv operierten AAA betrug bei Frauen 0 vs. 6.6& im Gesamtkollektiv (nicht risikoadjustiert).

In einer Medicare Database konnte in einer Analyse mit bis zu 10-Jahres Follow-up gezeigt werden, dass Frauen den Übelebens-Vorteil von EVAR vs. offener Chirurgie über Jahre beibehalten können, während dieser bei Männern bereits nach 2 Jahren verloren geht.

Schlussfolgerung: Die Indikationsstellung und das perioperative Management von Frauen sollten optimiert werden. In der europäischen Guideline wird erstmalig eine frühere (0,3 cm geringerer Durchmesser) Indikationsstellung fomuliert.

Im Deutschsprachigen Raum wäre ein getrenntes Reporting wünscheswert.