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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Der Stellenwert der kurativen Behandlung von älteren Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom

Meeting Abstract

  • Yves Dittmar - Universtiätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena
  • Annelore Altendorf-Hofmann - Universtiätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena
  • Silke Schüle - Universtiätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena
  • Utz Settmacher - Universtiätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch458

DOI: 10.3205/12dgch458, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4583

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Dittmar et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Magenkarzinom zählt weltweit zu den häufigsten Tumorerkrankungen. In frühen Stadien ist die Prognose sehr gut, häufig wird die Erkrankung ab erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die Mehrzahl der Fälle tritt ab dem 5. Lebensjahrzehnt auf. Der Stellenwert einer kurativen Therapie wird bei älteren Patienten mit Magenkarzinom (über 75 Jahre) kontrovers diskutiert. Wir berichten über unsere Erfahrungen mit Patienten über 75 Jahre, bei denen ein Magenkarzinom mit kurativem Ansatz therapiert worden ist.

Material und Methoden: Von 1998 bis 2009 wurden 272 Patienten mit einem Magenkarzinom in unserer Klinik in kurativer Intention behandelt. 58 Patienten davon waren älter als 74 Jahre. Wir verglichen die beiden altersbezogenen Studiengruppen in einer retrospekiven Analyse aus einer prospektiv geführten Tumordatenbank. Patienten mit einem Karnofski-Index unter 80% und Notfallresektionen wurden aus der Studie ausgeschlossen. Wir untersuchten demografische, klinische tumorbezogene, detaillierte pathohistologische und Tumorverlaufsdaten in bezug auf prognostisch bedeutsame Faktoren, die einen Unterschied zwischen älteren und jüngeren Patienten erkennen lassen.

Ergebnisse: Das mediane Gesamtüberleben betrug 84 Monate in der Kohorte jüngerer und 37 Monate in der Kohorte älterer Patienten (p=0.038), Tumorrezidive traten häufiger bei jüngeren Patienten auf (33% vs. 23%). Tumorbefallene Lymphknoten der kontralateralen Kurvatur, perilymphonoduläre Tumoraussaat und Konglomeratbildung aus positiven Lymphknoten erwiesen sich in der univariaten Analyse als starke negative Prognosefaktoren.

Nur wenige Kriterien zeigten einen prognostischen Unterschied im Vergleich beider Altersgruppen. Die multivariate Analyse zeigte altersunabhängig als signifikante negative Prognosefaktoren extralymphonoduläre Tumoraussaat, das T4-Stadiums, das N-positive Stadium und die Infiltration von Lymphgefässen. Nur wenige Patienten der älteren Patienten erhielten eine neoadjuvante Behandlung vor der Resektion (7% vs 28% bei jüngeren Patienten), dennoch ergab sich ein Trend zu einem verlängerten Medianüberleben in der Gruppe älterer Patienten.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen, daß bei älteren Patienten mit stabiler kardiopulmonaler Funktion eine kurative Behandlung in gleichem Maß effektiv ist wie bei jüngeren Patienten. Eine prospektive Untersuchung zu diesem Thema ist deshalb sinnvoll und notwendig.