gms | German Medical Science

129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

3D Rekonstruktionen der menschlichen Leber verbessern nicht das Verständnis der korrespondierenden 2D Darstellung – eine randomisiert kontrollierte Studie

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Lars Fischer - Uniklinik Heidelberg Chirurgische Klinik, Viszeralchirurgie, Heidelberg
  • Rebecca Metzler - Uniklinik Heidelberg Chirurgische Klinik, Viszeralchirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch450

DOI: 10.3205/12dgch450, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4500

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Fischer et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: In einigen randomisierten Studien konnte gezeigt werden, dass 3D Darstellungen das Verständnis von räumlich komplexen Strukturen erleichtern. Im klinischen Alltag wird jedoch die Diagnostik mit Hilfe von 2D Bildgebung (z.B. CT) durchgeführt. Ziel dieser Studie ist die Evaluation, ob ein Training an 3D Rekonstruktionen die Identifikation anatomischer Leberstrukturen im 2D CT-Bild verbessert.

Material und Methoden: Es wurde eine spezielle Lernsoftware entwickelt und verwendet, die sich in eine Lernphase (LP) und zwei Testphasen (TP) gliedert. In der LP wurden Studenten mittels Randomisierung einem von zwei Übungsmodi zugeordnet. Die 2D Gruppe trainierte ausschließlich anhand eines konventionellen CT-Datensatzes. Im 3D Modus arbeiteten die Studenten mit einer frei rotierbaren Leber, deren beiden Gefäßsysteme in unterschiedlichen Farben hervorgehoben waren. In der TP wurden nur konventionelle 2D CT-Bilder verwendet. Die TP wurde nach einer Woche wiederholt. (Abbildung 1 [Abb. 1])

Ergebnisse: Die mit 73 Medizinstudenten durchgeführte Studie zeigt, dass ein Training an 3D Rekonstruktionen die Fähigkeit CT-Bilder zu interpretieren nicht verbessert. Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den erzielten Ergebnissen des ersten Tests (2D: Mittelwert=6.5, SD=1.8 und 3D: Mittelwert=6.6, SD=1.4; p>0.95) und des zweiten Tests (2D: Mittelwert=6.1, SD=1.9 und 3D: Mittelwert=6.0, SD=1.4; p>0.7). Außerdem fand sich kein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Allerdings erzielten die Studienabbrecher der 2D Gruppe ein signifikant schlechteres Ergebnis als die Studenten, die beide Testphasen absolvierten (p=0.04). Es gab keine Korrelation zwischen der Anzahl korrekter Antworten und der benötigten Antwortzeit. Nach Absolvierung des TM fühlten sich 69.1% der 3D Gruppe und 64.7% der 2D Gruppe dazu in der Lage, die Couinaud Segmente sicher oder nur mit wenig Unsicherheiten erklären zu können. Insgesamt wurde das TM sehr positiv bewertet. 73.4% der Teilnehmer gaben an, dass es ihnen Spaß gemacht habe.

Schlussfolgerung: Diese randomisiert kontrollierte Studie zeigt, dass die korrekte Interpretation von CT-Bildern der Leber nicht davon abhängig ist, ob an 3D oder 2D Bildern trainiert wurde.