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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Divergierende Morbidität und Mortalität nach Leberresektion für Cholangiokarzinom

Meeting Abstract

  • Markus Rentsch - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Carsta Stielow - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Stefanie Schreiber - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Volker Heinemann - Klinik und Poliklinik für Innere Medizin 3, Klinikum der LMU Muenchen, Klinik für Innere Medizin 3, München
  • Frank Kolligs - Klinik und Poliklinik für Innere Medizin 2, Klinikum der LMU Muenchen, Klinik für Innere Medizin 2, München
  • Karl-Walter Jauch - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Wolfgang Thasler - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch439

DOI: 10.3205/12dgch439, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4395

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Rentsch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Cholangiokarzinom (CC) hat bei Inoperabilität oder extrahepatischer Manifestation eine schlechte Prognose. Daher wird bei Resektionen häufig das Limit des möglichen Operationsausmaßes erreicht unter Akzeptanz eines hohen Risikos für perioperative Komplikationen, Morbidität- und R1-Resektionen. Ziel der Untersuchungen war die Analyse des Risikos für perioperative Komplikationen und R1-Situationen unseres Zentrums.

Material und Methoden: Die Analyse umfasste alle Patienten mit CC (n=49, 24 Männer, 25 Frauen), die zwischen 2003 und 2010 an unserem Zentrum operiert wurden. 130 Variablen wurden zum präoperativen Befund, intraoperativem und postoperativen Verlauf prospektiv erfasst, von denen 18 in die aktuelle statistische Auswertung eingingen. Die Auswertung erfolgte anhand deskriptiver Tests und Chi-Quadrat (bzw. Pearsons-Test).

Ergebnisse: In der präoperativen Bildgebung fanden sich kongruent mit dem intraoperativen Befund 30 singuläre und 7 multifokale Tumore (3 und 4 Herde). 3 Patienten erhielten eine neoadjuvante Chemotherapie, bei 4 Pat. handelte es sich um einen Rezidiveingriff. Es wurden 12 atypische/Segmentresektionen, 19 rechtsseitige Hemihepatektomien (10 erweitert), 12 linksseitige Hemihepatektomien und eine zentrale Resektion durchgeführt. 36 Resektionen resultierten in einer R0-, 6 in einer R1-, 4 in einer R2-Situation; Bei 50% der Patienten traten Komplikationen auf - interventionspflichtig (Clavien-Dindo Klassifikation 3A/ 3B) waren n=8. Eine Leberdysfunktion trat n=7 auf, 5 Patienten verstarben (10%) nach ausgedehnten Resektionen. Einzig ein erhöhtes CA19-9 erwies univariat einen Zusammenhang mit interventionspflichtigen Komplikationen. Kleine operative Eingriffe waren signifikant häufiger mit postoperativen R1-Situationen vergesellschaftet, jedoch war die R0- Resektabilitätsrate nicht geringer im Vergleich zu anderen Tumorentitäten. Unter den R1-resezierten Patienten erhielten 4 eine postoperative Chemo durchgeführt, 3 sind noch am Leben.

Schlussfolgerung: Die für CC-Patienten bekannte hohe postoperative Morbidität und Mortalität weisen keinen Zusammenhang untereinander auf. Ausgedehnte Operationen sind häufiger mit R0- Situationen im Vergleich zu kleinen Operationen vergesellschaftet. Bei vergleichbar schlechter Prognose ohne Operation ist das Risiko für Komplikationen und eine R1-Situation insbesondere bei Verfügbarkeit einer postoperativen Chemotherapie als vertretbar anzusehen.