gms | German Medical Science

129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Aneurysmen der Viszeralarterien

Meeting Abstract

  • Hanno Matthaei - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Burkhard Stoffels - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Philipp Lingohr - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • M. von Websky - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Stefan Täger - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Kai Wilhelm - Universitätsklinikum Bonn, Radiologische Klinik, Bonn
  • Frauke Verrel - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn
  • Jörg Kalff - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-; Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch437

DOI: 10.3205/12dgch437, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4374

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Matthaei et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Aufgrund der hohen Mortalität bei Ruptur von Viszeralarterienaneurysmen (VAA) ist in der Regel eine zeitnahe Versorgung auch bei asymptomatischen Patienten indiziert. Durch die Seltenheit der VAA, deren individuelle klinische Präsentation und die verschiedenen betroffenen Organe existiert aktuell kein Therapiestandard. Wir analysierten daher die Behandlungstrategien von Pat. mit VAA an unserem Zentrum und erörtern exemplarisch einen individuellen Therapieansatz durch einen Fallbericht.

Material und Methoden: Es wurden 12 Pat., die im Zeitraum von 2005 - 2011 an unserer Klinik aufgrund eines VAA therapiert worden waren, analysiert. Neben diesem Kollektiv wird die Behandlung und der Verlauf eines Pat. mit großem Aneurysma der A. mesenterica sup. (AMS) detailliert präsentiert.

Ergebnisse: Es wurden 7 Männer und 5 Frauen mit einem medianen Alter von 69 Jahren behandelt. Aneurysmen der AMS waren am häufigsten (n=5). Ein rein chirurgisches Procedere kam in 7 Pat. zur Anwendung. Es wurden 4 Aneurysmen durch interventionell eingebrachte Stents oder Coils suffizient versorgt. Unsere Kasuistik beschreibt einen weiteren Patienten mit großem Aneurysma der AMS. Hier konnten intraoperativ insgesamt 14 Segmentäste aus dem Aneurysma entspringend isoliert werden. Selektives Abklemmen zeigte die Notwendigkeit der Erhaltung mehrerer Äste. Für die aufwendige Gefäßrekonstruktion wurde zunächst ein Venenbypass (V. saphena magna) von der proximalen AMS auf den distal weiterführenden Hauptstamm angelegt. Nach Ausschaltung und partieller Resektion des Aneurysmas wurden jeweils drei rechte und drei links lokalisierte Segmentarterien i. S. eines ostium commune vereint und durch einen weiteren Venenbypass versorgt. Am ersten postoperativen Tag wurde im Rahmen einer Angiographie ein Stent in den starren Anteil des common ostiums eingebracht. Weitere Bilder (FKDS, CT, MR-Angio) zeigten hiernach eine gute Perfusion der Rekonstruktion. Der Aufenthalt auf Intensivstation verlängerte sich zunächst auf 25 Tage aufgrund einer Pneumonie. Am 39. postoperativen Tag konnte der Pat. in gutem Allgemeinzustand entlassen werden.

Schlussfolgerung: VAA sind eine potentiell lebensbedrohliche Gefäßerkrankung. Bislang ist ein standartisiertes Vorgehen nicht klar definiert und die individuelle Therapie erfordert eine sorgfältige interdisziplinäre Planung. Die Behandlung sollte an Zentren mit entsprechend viszeralchirurgischer und radiologischer Erfahrung erfolgen.