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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Netzklebung bei Lichtenstein – Erfahrungen nach 3 Jahren

Meeting Abstract

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  • Andreas Bär - Lukaskrankenhaus GmbH Neuss, Allgemeinchirurgie, Neuss
  • Nicholas Bohnert - Lukaskrankenhaus GmbH Neuss, Allgemeinchirurgie, Neuss
  • Bernhard Lammers - Lukaskrankenhaus GmbH Neuss, Allgemeinchirurgie, Neuss

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch421

DOI: 10.3205/12dgch421, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4215

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Bär et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Es wurde von 2008 bis 2011 eine prospektive Beobachtungsstudie zur Darstellung der Netzfixation mittels Klebung durch BioGlue (KryoLife) bei der Herniotomie nach Lichtenstein durchgeführt.

Material und Methoden: Es wurden 499 Patienten mit einseitiger oder beidseitiger, primärer Leistenhernie nach Lichtenstein herniotomiert. In 252 Fällen wurde der biologische Kleber BioGlue zur Netzfixation verwendet und in 237 Fällen eine konventionelle Naht. Die Patienten wurden in zwei Gruppen BioGlue und Naht- Gruppe eingeteilt. Es zeigten sich keine Unterschiede in demographischen Daten. Ausschlusskriterien waren Inkarzeration, Rezidive und Skrotalhernien.

Operation: Die Operationstechnik besteht in der spannungsfreien Herniotomie nach Lichtenstein. Verändert wurde nun die Fixationstechnik des Netzes. Die Naht zur Rekonstruktion des inneren Leistenringes wurde weiterhin durchgeführt. Hierzu wurden die lateralen Netzlefzen überlappend mit einer Naht an das Leistenband fixiert. Folgend wurde der Kleber gleichmäßig und wenigen Tropfen auf das Netz aufgetragen. Fixationspunkte sind das Os pubicum, Leistenband und der Musculus obliquus internus. Das Netz wurde für ca. 30 Sekunden angedrückt und war ausreichend fixiert.

Ergebnisse: Nach 24 Stunden wurde die Schmerzintensität anhand einer Numerischen-Analog-Skala (NAS), welche von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster Schmerz) reichte, gemessen. Die Schmerzintensität in der BioGlue™-Gruppe lag bei 3 Punkten und in der Naht-Gruppe bei 4 Punkten. Die Schnitt-Naht-Zeit lag bei 46 Minuten in der BioGlue™-Gruppe und bei 67 Minuten in der Naht-Gruppe. An Komplikationen zeigte sich in der BioGlue™-Gruppe ein gehäuftes Auftreten von abakteriellen, oberflächlichen Infektionen.

Schlussfolgerung: Die spannungsfreie Herniotomie nach Lichtenstein unter Nutzung von BioGlue zur Netzfixation ist eine sichere Technik. Die Patienten geben geringere Schmerzintensitäten in der frühen postoperativen Phase im Gegensatz zur Nahttechnik an. Zudem zeigt sich ein Vorteil in der kürzeren Schnitt-Naht-Zeit.