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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Kontaminierte synthetische Netze – Die Auswirkungen der Gentamicinimmersion

Meeting Abstract

  • Leo Spor - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Gefäß-, Viszeral-, und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Uli Dietz - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Gefäß-, Viszeral-, und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Christoph-Thomas Germer - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Gefäß-, Viszeral-, und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Bahnu Sinha - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Würzburg
  • Magdalena Grosz - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Würzburg
  • Heidi Linß - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Würzburg
  • Barbara Conrad - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch417

DOI: 10.3205/12dgch417, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4174

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Spor et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Einsatz eines synthetischen Netzes ist in der Hernienchirurgie bisher das Verfahren der Wahl. Die postoperativen Ergebnisse sind im Regelfall gut, mit geringer Rezidivrate und schneller Rückkehr des Patienten zu Alltagsaktivitäten. Eine gefürchtete Komplikation ist dennoch die Netzinfektion. Die Behandlungsmöglichkeiten sind hier begrenzt und oftmals steht am Ende einer langen Leidensgeschichte die Defektheilung und operative Entfernung des infizierten Netzes. In der Literatur gibt es bisher keine Angaben darüber, dass die topische Applikation von bakteriziden Antibiotika die intraoperative Netzinfektionsrate senken kann. Um diese Hypothese zu testen haben wir ein In-Vitro-Modell erstellt und getestet

Material und Methoden: Wir verwendeten ein agar-basierendes In-Vitro-Model mit festgesetzter Inokulation und verglichen handelsübliches Gentamicin mit PBS, zwei allgmeinerhältliche Netztypen, sowie einen gegen Gentamicin resistenten gegen einen nicht resistenten Staph. Aureus Stamm. Die Inkubationszeit betrug 24h. Danach wurden die Zellen von Hand gezählt und die Ergebnisse aufgetragen. Die miteinander verglichenen Netze waren ein Monofilamentnetz (Ultrapro – Polypropylen) und ein dreidimensionales Multifilamentnetz (Parietex, Polyester).

Ergebnisse: Es ist uns gelungen ein neues In-Vitro-Model zur Messung der Kontamination verschiedener Netztypen zu etablieren. Bei beiden Netzen kam es unter der Anwendung von Gentamicin zu keinem bakteriellen Wachstum

Schlussfolgerung: Wir konnten einen bakteriziden Effekt für Gentamicin nachweisen. Dieses Ergebnis unterstütz unsere Empfehlung zur topischen Applikation von Gentamicin vor Netzeinbringung nach intraabdominell zur Infektionsprophylaxe. Trotz der ermutigenden Ergebnisse sind weitere Untersuchungen notwendig, um beispielsweise auch für gram-negative Bakterien diesen Versuch zu etablieren.