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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Spontane interkostale Lungenhernie, Fallbericht, Pathogenese und Literaturübersicht

Meeting Abstract

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  • Waldemar Schreiner - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Oliver Oster - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Phillip Stapel - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Horia Sirbu - Uniklinik, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch412

DOI: 10.3205/12dgch412, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4124

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schreiner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die spontane interkostale Lungenhernie ist mit einem akutem intrathorakalen Druckanstieg verbunden und stellt ein seltenes Phänomen dar. Weltweit wurden seit 1800 nur 50 Fälle publiziert. Übergewicht und COPD sind entscheidende prädisponierende Faktoren. Wir berichten über zwei Patienten mit spontaner Lungenhernie.

Material und Methoden: In beiden Fällen lag ein chronisches Schmerzsyndrom mit instaibiler Thoraxwand nach einem massiven Hustenanfall in einem und nach einer Drehbewegung im anderen Fall vor. Die Vorwölbung der Thoraxwand war seit 6 Monaten bzw. seit 7 Jahren bekannt. Palpatorisch bestanden eine Distension des Rippenbogens und massive Erweiterung des Interkostalraums. Beim Valsava-Manöver lies sich eine ausgeprägte Protrusion bis in den Rückenbereich in beiden Fällen provozieren. CT-Thorax zeigte eine ausgedehnte interkostale Lungenprotrusion. Im zweiten Fall war das Auftreten der Lungenhernie mit spontanen Rippenfrakturen kombiniert. Klinisch konnten im Bereich der Pseudarthrosen deutliche Krepitationen ausgelöst werden. Ein Volet mobile mit paradoxer Atmung war vor allem bei tiefer Inspiration sichtbar.

Ergebnisse: Die Darstellung der Bruchpforte erfolgte über tiefe laterale Thorakotomie. Die Interkostalmuskulatur war vollständig zerrissen. Der Bruchsack bestand aus der intakten parietalen Pleura. Nach Eröffnung des Bruchsacks wurden die Frakturenden des Rippenbogens angefrischt. Danach erfolgte die Adaptation der benachbarten Rippen durch mehrere Perikostalnähte. Der Rippenbogen wurde mit Drahtcerclagen stabilisiert. In einem Fall wurde aufgrund des großen Thoraxwanddefektes ein Prolenenetz doppelschichtig implantiert.

Schlussfolgerung: Die „spontane“ Herniation ist mit plötzlichem Anstieg des intrathorakalen Drucks verbunden. Dabei handelt es sich um Husten, Singen sowie Heben von Lasten oder Drehbewegungen. Die anteriore Thoraxwand ist infolge der relativen Schwäche der Interkostalmuskulatur einerseits und der Stabilisierung der posterioren Thoraxwand durch die extrathorakale Muskulatur anderseits die Prädilektionsstelle sowohl für traumatische und spontane Hernien. Infolge geringer Tendenz zur spontanen Regression sehen wir die Indikation zur raschen operativen Therapie. Die perikostale Fixierung im gesamten instabilen Bereich ist biomechanisch wichtig.