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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Frühruptur eines ausgeschalteten A.poplitea-Aneurysmas – eine vermeidbare Komplikation ?

Meeting Abstract

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  • Michael Naundorf - DRK-Kliniken-Berlin, Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch393

DOI: 10.3205/12dgch393, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3939

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Naundorf.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die operative Ausschaltung eines Poplitealarterienaneurysmas (PAA) gehört unverändert zu den Standardprozeduren in der Gefäßchirurgie. Das Aneurysma kann dabei ausgeschalten belassen, direkt exstirpiert oder durch zusätzliche Endoaneurysmorrhaphie intravasal verschlossen werden. Operativ-technisch steht der mediale Zugang dem dorsalen gegenüber.

In retrospektiven Studien beträgt die Rezidivhäufigkeit 3-5% und korreliert z.T.mit dem operativen Zugangsweg. Im eigenen Patientengut wurde bei einem Patienten eine gedeckte Ruptur trotz Ausschaltung diagnostiziert und behandelt

Material und Methoden: In einer retrospektiven Analyse von 09/2000 bis 09/2010 sind bei 42 Patienten 47 Popliteaarterienaneurysmata (PA) offen-chirurgisch und 9 PA , endovaskulär ausgeschaltet worden. Das mittlere Alter der Patienten lag bei 70,2 Jahren (49–88 Jahre), männliche Patienten dominierten mit 92,8% gegenüber den weiblichen Patienten mit 7,2%. In der Nachkontrolle zeigten sich 2 Rezidive der offen behandelten Patienten.

Ergebnisse: Im Krankengut wurden offen-chirurgische Ausschaltungsverfahren bei 47 Patienten durchgeführt. In 42 Fällen wurde der mediale Zugang mit proximaler und distaler Aneurysmaligatur gewählt, in 5 Fällen der dorsale Zugang mit Aneurysmaexstirpation. Im postoperativen Verlauf zeigten sich bei 2 operativ ausgeschalteten PA persistierende Reperfusionen. In beiden Fällen war der mediale Zugang mit Belassung des Aneurysmas gewählt worden. Die Rezirkulationsphänomene wurden mittels Angio-CT bestätigt. Die selektive DSA bestätigte den Befund. In einem Fall wurde im frühen post operativen Verlauf, trotz Ausschaltung eine fraktionierte, gedeckte Ruptur diagnostiziert.

Schlussfolgerung: Die alleinige Ligatur mit Verzicht auf den Verschluss genualer Äste führte durch den bestehenden back flow zu einer bestehenden Reperfusion mit Größenzunahme der Aneurysmen. Die therapeutischen Optionen in der Behandlung derartiger Rezidive mit Vorliegen aktiver genikulärer Rezirkulationen muß den Verschluß der das Aneurysma speisenden Gefäße nach sich ziehen. Das sicherste Verfahren zur Vorbeugung derartiger Rezidive bleiben unverändert die Exstirpation, die Aneurysmo-Endorrhaphie sowie die proximale und distale Ligatur mit definitivem Verschluss genikulärer Gefäße. Regelhaft ist bei ausgeschaltet belassene Poplitealaneurysmata die duplexsonographische Kontrolluntersuchung zu empfehlen