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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Vergleich intraossärer versus zentralvenöser Zugang beim vital gefährdeten Erwachsenen mit schwierigen peripheren Venenverhältnissen in der Notfallaufnahme

Meeting Abstract

  • Bernd A. Leidel - Charitè - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Interdisziplinäre Rettungsstelle / Notfallaufnahme, Berlin
  • Chlodwig Kirchhoff - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München
  • Viktoria Bogner - Klinikum der Universität München, Campus Innenstadt, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Volker Braunstein - Klinikum der Universität München, Campus Innenstadt, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Peter Biberthaler - Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München
  • Karl-Georg Kanz - Klinikum der Universität München, Campus Innenstadt, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch367

DOI: 10.3205/12dgch367, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3674

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Leidel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ein Gefäßzugang gehört zu den Standardmaßnahmen in der Patientenversorgung und ist bei schlechten peripheren Venenverhältnissen oftmals erschwert. Die dabei auftretenden zeitlichen Verzögerungen können insbesondere im Notfall den Patienten zusätzlich gefährden. Daher wird unter anderem in den aktuellen Leitlinien zur Reanimation 2010 des European Resuscitation Council die Verwendung eines intraossären (IO) Zugangs empfohlen, falls ein venöser Zugang nicht etabliert werden kann. Innerklinisch ist der zentralvenöse Katheter (ZVK) eine etablierte Alternative zur periphervenösen Kanülierung. Wir verglichen daher die vaskulären Zugangstechniken IO versus ZVK beim vitalgefährdeten Erwachsenen mit schwierigen periphervenösen Verhältnissen in der Notfallaufnahme.

Material und Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Beobachtungsstudie untersuchten wir die Erfolgsrate bei Erstversuch sowie den Zeitbedarf für die Installation des IO Zugangs versus der ZVK-Anlage beim vitalgefährdeten Erwachsenen (≥18 Jahre) mit nicht kanülierbaren peripheren Venen in der Notfallaufnahme.

Ergebnisse: Insgesamt analysierten wir 40 konsekutive, erwachsene vitalgefährdete Patienten, bei denen simultan ein IO Zugang und einen ZVK etabliert wurde. Die Erfolgsrate bei Erstversuch war für den IO Zugang gegenüber dem ZVK signifikant höher (85% versus 60%, p=0.024) und der Zeitbedarf hoch signifikant geringer (2.0 versus 8.0 min, p <0.001). Bei 6 Patienten konnten wir keinen funktionstüchtigen IO Zugang etablieren und die ZVK-Anlage erforderte bei 16 Patienten mindestens 2 Versuche. Andere relevante Komplikationen, wie beispielsweise eine Infektion, Blutung oder ein Pneumothorax konnten wir nicht beobachten.

Tabelle 1 [Tab. 1], Abbildung 1 [Abb. 1]

Schlussfolgerung: Der IO Zugang ist ein verlässliche überbrückende Maßnahme zur innerklinischen Etablierung eines Gefäßzugangs bei vitalgefährdeten Erwachsenen mit schwierigen peripheren Venenverhältnissen. Außerdem ist der IO Zugang gegenüber dem ZVK effektiver, mit einer höheren Erfolgsrate bei Erstversuch und einem geringeren Zeitbedarf für die Installation.