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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Einfluß der ischämischen Konditionierung (IK) auf freie Lappentransplantate zur unteren Extremität – Eine prospektiv randomisierte Studie

Meeting Abstract

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  • Nils Neubert - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • Andreas Jokuszies - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover
  • Marcus May - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Klinische Pharmakologie, Hannover
  • Peter M. Vogt - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch366

DOI: 10.3205/12dgch366, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3668

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Neubert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die heute hohe Ergebnisqualität freier Lappentransplantate zur unteren Extremität ist vor allem auf das perioperative Management zurückzuführen. Nach Lappentransplantaten zum Unterschenkel werden allerdings nicht unerhebliche Immobilisationszeiten im Krankenbett empfohlen, die bis zu 21 Tage betragen. Wissenschaftliche Evidenz zum besten Zeitpunkt der Mobilisation dieser Patienten fehlt bislang und Empfehlungen für den Startzeitpunkt des kombinierten „Wrapping“- und „Dangling“-Manövers liegen zwischen dem 7.-21. postoperativen Tag. In dieser prospektiv randomisierten Studie wird untersucht, ob der Zeitpunkt des sog. Dangling /Wrapping Manövers einen Einfluss auf die Lappenperfusion respektive die Überlebensrate des Transplantates hat.

Material und Methoden: Von März 2010 bis Juli 2011 wurden 31 Patienten mit freien mikrochirurgischen Lappenplastiken zur unteren Extremität per Randomisierung in zwei Behandlungsgruppen mit n=15 (Kohorte I) und n=16 (Kohorte II) eingeschlossen. Folgende Lappentransplantate wurden verwendet : 22 M. latissimus dorsi Lappen, 7 anterolaterale Oberschenkellappen, 1 vertikaler Rektus-abdominis-Muskellappen und 1 lateraler Oberarmlappen.

Bei Kohorte I startete die IK am 7., bei Kohorte II am 3. postoperativen Tag. Zur IK wurde der betroffene Unterschenkel mit Watte und einer halbelastischen Binde straff gewickelt und anschließend hängen gelassen. Dieses Manöver wurde über fünf Tage dreimal täglich durchgeführt, beginnend mit 3x5 Min. am ersten Tag und sukzessiver Steigerung bis auf 3x60 Min. am fünften postoperativen Tag.

Das klinische Beobachtungsprotokoll beinhaltete u.a. die Beurteilung von Rekapillarisierungszeit, Turgor, Temperatur und Farbe des Lappentransplantates vor und nach Lappenkonditionierung.

Zudem wurden Minor- und Major-Komplikationen erfasst.

Ergebnisse: Sämtliche Lappentransplantate in beiden Gruppen zeigten keine Beeinträchtigung der Perfusion durch das kombinierte „Wrapping“- und „Dangling“-Manöver.

Schlussfolgerung: Die Studie zeigt, dass eine Lappenkonditionierung durch kombiniertes „Wrapping“ und „Dangling“ bereits am 3. postoperativen Tag begonnen werden kann und zu keiner Beeinträchtigung der Lappenperfusion führt.