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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Intraperitoneale Applikation von Lokalanästhetika als Möglichkeit der Schmerzreduktion nach laparoskopischer Cholezystektomie – Ergebnisse einer prospektiven randomisierten Untersuchung

Meeting Abstract

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  • Sebastian Hofmeister - Kliniken Essen-Mitte, Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Essen
  • Beate Meier - Kliniken Essen-Mitte, Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Essen
  • Martin K. Walz - Kliniken Essen-Mitte, Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Essen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch363

DOI: 10.3205/12dgch363, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3638

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Hofmeister et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Obwohl die Schmerzintensität deutlich geringer ist als nach konventioneller Cholezystektomie, ist die laparoskopische Cholezystektomie nicht schmerzfrei. Der Einfluss von intraperitoneal appliziertem Lokalanästhetikum auf den postoperativen Schmerz wurde in mehreren Studien untersucht, bislang ohne eindeutiges Ergebnis. Ziel unserer Untersuchung war den Effekt der intraoperativ applizierten Lokalanästhesie auf den postoperativen Schmerzmittelbedarf bei laparoskopischer Cholezystektomie zu untersuchen.

Material und Methoden: Im Zeitraum von Januar 2011 bis September 2011 wurden 66 Patienten (m 17, w 49; durchschnittliches Alter 55 Jahre) bei denen eine Cholezystektomie wegen symptomatischer Cholezystolithiasis erfolgen sollte in 2 Gruppen randomisiert. Ausschlusskriterien waren akute Cholezystitis und Voroperationen. Bei 35 Patienten (m 9, w 26; durchschnittliches Alter 54 Jahre) wurde nach Entfernung der Gallenblase 20ml Lidocain subdiaphragmal rechts und am Gallenblasenbett instilliert, bei 31 Patienten (m 8, w 23; durchschnittliches Alter 59 Jahre) wurde kein Lokalanästhetikum appliziert. Postoperativ wurde der Schmerzmittelbedarf prospektiv erfasst. Innerhalb der ersten 10 Stunden nach Operation erhielten die Patienten ausschliesslich Piritramid. Anschliessend erfolgte die Analgesie mittels nichtsteroidalen Antirheumatika (Metamizol). Die statistische Analyse der Gruppen erfolgte mittels Fisher`s exact Test und Wilcoxon test.

Ergebnisse: Allgemeine Komplikationen traten in beiden Gruppen nicht auf. In der Gruppe mit Lokalanästhetikum benötigten 8 Patienten postoperativ keine Schmerzmedikation, in der Gruppe ohne Lokalanästhetikum erhielten alle Patienten Schmerzmittel (p=0,005). Innerhalb den ersten 10 Stunden postoperativ betrug der mittlere Verbrauch von Piritramid in der Gruppe mit Lokalanästhetikum 5,4 mg und in der Gruppe ohne Lokalanästhetikum 11,6 mg (p<0,0001). Am 1. postoperativen Tag war kein Unterschied im Schmerzmittelverbrauch zu verzeichnen, die Analgesie war mit nichtsteroidalen Antirheumatika möglich, Opiate wurden nicht verabreicht. In der Gruppe mit Lokalanästhetikum wurden durchschnittlich 2,2 g Metamizol benötigt, in der Gruppe ohne Lokalanästhetikum 2,0 g (p=ns). Alle Patienten waren 2 Tage stationär.

Schlussfolgerung: Die intraperitoneale Applikation von Lokalanästhetika senkt signifikant den Schmerzmittelbedarf während der ersten 10 Stunden postoperativ und sollte bei jedem Patienten ohne bekannte Kontraindikationen angewandt werden.