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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Reduktion der systemischen Tumorzelllast unter adjuvanter Chemotherapie: Selektion aberranter zirkulierender Tumorzellen (CTC)?

Meeting Abstract

  • Norma Margarete Schmitz - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Johannes Fischer - Universitätsklinikum Düsseldorf, Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika (ITZ), Düsseldorf
  • Christian Vay - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Christoph Sproll - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Sarah Schumacher - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Ulrike Nitz - Evangelisches Krankenhaus Bethesda, Brust-Zentrum Niederrhein, Mönchengladbach
  • Dieter Niederacher - Universitätsklinikum Düsseldorf, Frauenklinik, Düsseldorf
  • Wolfgang Janni - Universitätsklinikum Düsseldorf, Frauenklinik, Düsseldorf
  • Wolfram Trudo Knoefel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Nikolas Hendrik Stoecklein - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch343

DOI: 10.3205/12dgch343, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3438

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schmitz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Nachweis zirkulierender Tumoreinzelzellen (CTC) im Blut von Patienten mit soliden Tumoren korreliert signifikant mit dem Auftreten von Metastasen und einer ungünstigen Prognose. CTC werden aktuell in mehreren Studien als Surrogatmarker für eine systemische adjuvante Therapie epithelialer Neoplasien herangezogen. Trotz ihrer klinischen Relevanz ist über die Biologie der CTC - auch aufgrund ihrer niedrigen Inzidenz und der sich daraus ergebenden aufwendigen Detektion - bislang wenig bekannt.

Material und Methoden: Mithilfe des monoklonalen Antikörpers A45-B/B3 detektierten wir CTC aus dem venösen Blut von 19 Patientinnen mit einem Hochrisiko-Mammakarzinom vor und nach zwei Zyklen adjuvanter Chemotherapie. Nach Isolierung der Tumorzellen durch Mikromanipulation und Extraktion der DNA wurden die Einzelzellgenome mit einer Adapter-Linker-PCR amplifiziert und mittels komparativer genomischer Hybridisierung (CGH) auf chromosomale Aberrationen untersucht.

Ergebnisse: Die Zahl der detektierten CTC war nach zwei Zyklen Chemotherapie signifikant niedriger als vor Beginn der adjuvanten Therapie. Mithilfe der CGH zeigten sich chromosomale Alterationen in nahezu 50% der analysierten Zellen, wobei die Aberrationsprofile denen vorangehender Einzelzell-Untersuchungen zur systemischen Tumorlast beim Mammakarzinom glichen. Im Vergleich zur postoperativen Situation jedoch wiesen die nach zwei Zyklen Chemotherapie im peripheren Blut der Tumorpatientinnen verbliebenen zirkulierenden Tumoreinzelzellen im Mittel eine höhere Anzahl chromosomaler Veränderungen auf.

Schlussfolgerung: Eine systemische Chemotherapie kann – hier exemplarisch gezeigt an einer Subentität des Mammakarzinoms – die Anzahl der im peripheren Blut präsenten CTC verringern. Damit einherzugehen scheint allerdings eine Selektion von zirkulierenden Tumorzellen mit ausgeprägteren chromosomalen Veränderungen, die möglicherweise vom adjuvanten Therapieansatz nicht erfasst werden. Diese ersten Beobachtungen zur Biologie der CTC im Verlauf einer adjuvanten Therapie unterstreichen die Notwendigkeit, die Wirksamkeit der postoperativen systemischen Therapie auch bei den Malignomen des Gastrointestinaltraktes anhand der zirkulierenden disseminierten Tumorzellen direkt zu untersuchen.