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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Repositionsmöglichkeiten und Erfahrungen mit perkutan stabilisierten Berstungsfrakturen des thorakolumbalen Überganges

Meeting Abstract

  • Thomas Weiss - BGU Murnau, Wirbelsäulenchirurgie, Murnau
  • Stefan Hauck - BGU Murnau, Wirbelsäulenchirurgie, Murnau
  • Oliver Gonschorek - BGU Murnau, Wirbelsäulenchirurgie, Murnau
  • Martin Lorenz - BGU Murnau, Wirbelsäulenchirurgie, Murnau
  • Volker Bühren - BGU Murnau, Wirbelsäulenchirurgie, Murnau

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch329

DOI: 10.3205/12dgch329, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3296

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Weiss et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Vorteil der perkutanen Einbringung der Systeme zeigt klare Vorteile, angesichts der Wundheilungsphase, Denervierung und Fibrosierung der Muskulatur sowie der kurzfristigen Genesungsdauer. Ein Nachteil ist dabei die von manchen Autoren angeführte mangelnde Möglichkeit zur adäquaten Reposition. Zwischenzeitlich stehen jedoch mehrere Systeme mit Repositionshilfen zur Verfügung.

Material und Methoden: Es wurden für die Fragestellung der Repositionsmöglichkeit nur Berstungsfrakturen des Typs A3.1-A3.2 nach der Klassifikation nach Magerl berücksichtigt. Weiterhin wurden nur Frakturen des thorakolumbalen Überganges von Th 10-L2 mitaufgenommen. Zum Klinikstandard gehört eine prä- und postoperative Ct-Kontrolle mit sagitalen und koronaren Rekonstruktionen. Der Grunddeckplattenwinkel (GDW) sowie der bisegmentale Kyphosewinkel (BKW)Insgesamt wurden 36 Patienten nach diesem Protokoll erfasst. Das Durchschnittsalter betrug 52 Jahre. Die mittlere OP-Dauer betrug 59min

Ergebnisse: Die mittlere Kyphosierung beträgt im GDW 10,4°, im BKW 9,6°. Eine Reposition gelingt im Mittel um 6,4° bzw 6,3 Grad. Rechnet man nur die Frakturen mit einer wesentlichen Kyphosierung um 10° so gelingt hier im Mittel eine Aufrichtung um 9,5° für den GDW und 9,2° für den BKW bei 20 Patienten. Nimmt man eine wesentliche Kyphosierung um 15° zur Grundlage so verbleiben noch 11 Patienten mit einer Repostion um 12° (GDW und BKW). Mit beiden Systemen ist somit eine ausreichende Reposition möglich (Longitude 23Pat, S4 13Pat.) Hierbei gelingt die Distraktion über Aufsätze an den Hülsen. Der Ansatz beim S4 System ist hierbei auf höhe der Tulpe, so dass eine annähernd parallele Distraktion gelingt. Die Lordosierung gelingt nur mit monoaxialen Schrauben, welche fest in den Hülsen arretiert sind. (Abbildung 1 [Abb. 1])

Schlussfolgerung: Die Reposition von kyphosierten Frakturen des thorakolumbalen Überganges ist in perkutaner Technik suffizient möglich. Die Eigenheiten der verschiedenen Systeme müssen dabei beachtet werden. Das Longitude System ist sehr einfach in der Handhabung, das Repositionstool greift jedoch nur an den überstehenden Hülsen. Die Reposition mit dem S4 System ist direkter, da dieses an den Tulpen direkt angreift. Demgegenüber sind die Tulpenverlängerungen sehr fragil und brechen bei den Wechselmanövern der Hülsen leicht ab.