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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Extremitätenerhalt durch Plastische Rekonstruktionsverfahren bei einem 7-jährigen Jungen mit Meningokokkensepsis

Meeting Abstract

  • Adrien Daigeler - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen
  • Thomas Kremer - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen
  • Günter Riedel - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen
  • Ole Goertz - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen
  • Lucas M. Wessel - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen
  • Marcus Lehnhardt - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen
  • Bettina Lange - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand- Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Ludwigshafen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch322

DOI: 10.3205/12dgch322, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3224

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Daigeler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Im Zuge der Engen Kooperation mit der Kinderchirurgischen Klinik der Universitätsklinikums Mannheim erfolgen regelmäßig gemeinsame Eingriffe zur Defektdeckung bei Kindern. Anhand des Beispieles eines 7-jährigen Jungen mit multiplen Weichgewebsdefekten nach Meningokokkensepsis soll das interdiszplinäre Fallmanagement aufgezeigt werden.

Material und Methoden: Oben genannter Patient wurde zunächst auf der Kinderchirurgischen Intensivstation der Universitätskinderklinik Mannheim bei Meningokokkensepsis aufgenommen. Nachdem sich der Zustand stabilisiert hatte und weitere Organbeteiligungen ausgeschlossen waren erfolgte ein gemeinsames Debridement der oberen und unteren Extremität mit Vorfußamputation beidseits und Vakuumverbandanlage. Zur Defektdeckung erfolgte die Übernahme in unsere Klinik. Das linke Ellenbogengelenk lag großflächig frei, das rechte Olekranon war exponiert, beide Patellae lagen ebenso frei wie die Achillessehnen, der Calcaneus und Teile beider Vorfüße. Des weiteren bestanden ausgedehnte Weichteildefekte an Armen und Beinen.

Ergebnisse: Als vordringlichst wurde zunächst das linke Ellenbogengelenk mit einer freien VRAM-Lappenplastik gedeckt, der übrige linke Arm Spakthaut gedeckt. 1 Woche später erfolgte die Deckung des rechten Fußes durch Filet-Bildung aus dem ersten Strahl und myokutane freie latissimus dorsi Lappenplastik, sowie die Deckung der exponierten Patella mit gestieltem medialen Gastrocnemius-Lappen. Die übrigen Defekte wurden Spalthaut gedeckt. Eine weitere Woche später wurde am linken Vorfuß nach Rückkürzung der Mittelfußknochen und an Ober- und Unterschenkel Spalthaut transplantiert und der Rückfuß durch eine freie Parascapularlappenplastik gedeckt und die linke Patella durch gestielten medialen Gastrocnemius-Lappen. Weitere 10 Tage später erfolgte die Defektdeckung des rechten Olekranons durch einen distal gestielten lateralen Oberarm Lappen. Nun schloss sich intensive Physio- und Ergotherapeutische Behandlung an. Während der gesamten Zeit erfolgte die engmaschige psychologische Betreuung, die Mutter wurde stationär mit aufgenommen. Durch die Kollegen der Kinderklinik wurde ein Lehrer organisiert.

Schlussfolgerung: Durch eine suffiziente Planung können auch multiple Defekte mit dem Ziel des weitgehenden Extremitätenerhaltes erfolgen. Das Zusammenspiel aus elterlicher, psychologischer, physio- und ergotherapeutischer Betreuung kann ein funktionell akzeptables Ergebnis erreicht und die psychische Traumatisierung reduziert werden. Eine enge und vertrauensvolle Kooperation mit der Kinderchirurgischen Klinik ermöglicht kompetenzorientierte Behandlung.