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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Rolle von FAM125-Proteinen im strahleninduzierten Gewebsschaden

Meeting Abstract

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  • Michael Haase - TU Dresden, Klinik für Kinderchirurgie, Dresden
  • Susann Müller - TU Dresden, Klinik für Kinderchirurgie, Dresden
  • Ronald Naumann - Max-Planck Institut für Zellbiologie und Genetik, Transgenic Core Facility, Dresden
  • Guido Fitze - TU Dresden, Klinik für Kinderchirurgie, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch319

DOI: 10.3205/12dgch319, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3196

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Haase et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bestrahlung von Gewebe im Rahmen von Tumorbehandlungen führt zu Veränderungen im Zellüberleben, der Zellteilung und der Zelldifferenzierung und schließlich zu Narbenbildung und Funktionsverlust. Nachfolgende operative Verfahren werden dadurch erschwert, insbesondere durch die gestörte Wundheilung. Auf der Suche nach Proteinen die im Prozess des Strahlenschadens überexprimiert werden stießen wir auf das FAM125A Gen, dessen Funktion im vorliegenden Projekt weiter untersucht werden soll. Bisher ist bekannt, dass FAM125A eine Funktion in der Internalisierung von EGFR haben könnte.

Material und Methoden: Eine differentielle cDNA Bibliothek wurde aus bestrahltem Gewebe der Rattenlunge erstellt. mRNA-Expressionsanalysen erfolgten mittels quantitativer RT-PCR. Die Proteinexpression wurde mittels Western Blot und Immunhistologie untersucht. Down-regulation der mRNA/Proteine wurde mittels stabil transfizierter sh-RNA in HELA Zellen untersucht. Aus der Membran-, Zytoplasma- und Kernfraktion dieser Zellen wurden Proteinextrakte hergestellt.

Ergebnisse: FAM125A Protein wird prinzipiell in allen Geweben exprimiert. Eine besonders hohe Expression findet sich in Zelltypen mit starken Transportprozessen wie Nierentubulusepithelzellen und in Drüsenzellen. FAM125A mRNA und Protein sind in bestrahltem Gewebe überexprimiert. Down-regulation von FAM125A und B führt zu einer Verminderung von Gesamt-EGFR und phosphoryliertem EGFR (Y1045, Y1068) in der Membranfraktion. Außerdem führt dies zu einer Akkumulation von phosphoryliertem Akt (S473) und Src (T416) in der Membranfraktion während die Phosphorylierung von p42/44 MAPK (T202-Y204) abnimmt.

Schlussfolgerung: FAM-Proteine scheinen eine Rolle in Transportprozessen von Molekülen einschließlich von Signalmolekülen zu spielen. Im chronisch strahlengeschädigten Gewebe scheint es eine Zunahme von Transportprozessen zu geben. Verschiedene Signaltransduktionswege werden unterschiedlich von einer verminderten Expression von FAM-Proteinen betroffen, dabei ist die Rolle von FAM125 nicht auf eine alleinige Beeinflussung der Internalisierung von EGFR beschränkt. Weitere Untersuchungen sollen die Assoziation von FAM125 und von Signalmolekülen mit verschiedenen Transportvesikeln aufklären und damit einen Einblick in Signalprozesse insbesondere bei strahlengeschädigtem Gewebe ermöglichen. Dies sollte zu einem besseren Verständnis von Prozessen wie Strahlenschaden, Narbenbildung und Zellalterung führen und eventuell auch neue therapeutische Optionen ermöglichen.