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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Evaluation des prediktiven Wertes des POSSUM-Scores bei Pankreaskopfresektionen

Meeting Abstract

  • Felix Rückert - Universitätsklinikum Dresden, Vizeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden
  • Matthias Kuhn - Department of Medical Informatics and Biometry , University Hospital Carl Gustav Carus, Dresden
  • Stephan Kersting - Uniklinik Dresden, VTG-Chirurgie, Dresden
  • Hans-Detlev Saeger - Uniklinik Dresden, VTG-Chirurgie, Dresden
  • Robert Grützmann - Uniklinik Dresden, VTG-Chirurgie, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch294

DOI: 10.3205/12dgch294, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2946

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Rückert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der “Physiologic and Operative Severity Score for the enUmeration of Mortality and Morbidity” (POSSUM) ist ein chirurgisches Scoring-System für das Auftreten von Komplikationen. Verschiedene Studien evaluierten dieses System für große chirurgische Eingriffe. Es existieren jedoch wenige Studien, die sich ausschliesslich auf Pankreasoperationen fokussieren. In der vorliegenden Studie soll daher der prediktive Wert des POSSUM-Scores bei Pankreaskopfresektionen ermittelt werden.

Material und Methoden: Es handelt sich um einen retrospektive Analyse unserer Pankreasdatenbank. 697 Patienten wurden zwischen 1993 und 2010 in die Studie eingeschlossen, welche einer Pankreaskopfresektion (PKR) unterzogen wurden (446 Whipple´sche Operationen, 251 PPPD). Die 12 physiologischen und sechs operativen Variablen des POSSUM-Scores wurden ermittelt wie von Copeland et al. beschrieben. Für den operativen Score wurden die PKR als “complex major” definiert. Die post-operative Morbidität wurde ebenfalls evaluiert wie von Copeland et al. beschrieben. Der POSSUM-Score wurde für jeden Fall einzeln berechnet und mit der tatsächlichen Morbidität verglichen.

Ergebnisse: Um die erwartete mit der tatsächlichen Morbidität zu vergleichen, wurden alle Patienten in 10 Klassen stratifiziert, wobei die Zuordnung auf dem Ergebnis des POSSUM-Scores beruhte. Die Häufigkeit der beobachteten zur erwarteten Komplikationshäufigkeit (O/E ratio) wurde innerhalb der Gruppen verglichen. Die Kalibrationskurve (Abbildung 1 [Abb. 1]) zeigt eine Abweichung von der Ideallinie (rot) in den unteren und oberen Bereichen. Dabei zeigt sich jedoch insgesamt statistisch im Homer-Lemeshow-Test eine gute prediktive Funktion des POSSUM-Scores.

Schlussfolgerung: Es konnte gezeigt werden, dass POSSUM ein valides perioperatives Scoring-System für Pankreasoperationen ist. Dennoch ist der klinische Nutzen eingeschränkt, da sich vor allem in den unteren und oberen Bereichen des Scores eine häufige Fehleinschätzung des OP-Risikos zeigt.

Eine Modifikation des Scores scheint vielversprechend. Aus diesem Grund wird zur Zeit in einer weiteren Studie ein modifizerter POSSUM-Score an Patientenkohorten aus anderen Pankreaszentren getestet.