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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Lanzeit-Lebensqualität nach Ivor-Lewis Ösophagektomie bei Karzinom des Ösophagus oder der Kardia

Meeting Abstract

  • Silvio Däster - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel
  • Fabio Nussberger - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel
  • Lea Stoll - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel
  • Beatrice Kern - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel
  • Ralph Peterli - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel
  • Markus von Flüe - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel
  • Christoph Ackermann - St. Claraspital, Klinik für Viszeralchirurgie, Basel

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch288

DOI: 10.3205/12dgch288, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2887

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Däster et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ösophagusresektion, Therapie der Wahl bei lokalisiertem Karzinom des Ösophagus, hat einen potenziell hohen Einfluss auf das physische, emotionale und soziale Wohlbefinden der Patienten. Optimierte Stagingverfahren, (neo-) adjuvante Therapiekonzepte und verbesserte operative Techniken haben das Outcome der Tumorchirurgie am Ösophagus verbessert, so dass die postoperative Lebensqualität immer mehr in den Fokus rückt. Das Ziel dieser Studie war, die Lebensqualität (QoL) nach onkologischer Ösophaguschirurgie zu evaluieren.

Material und Methoden: Wir analysierten alle Patienten, welche in unserer Klinik von 1999 bis 2008 mittels einer Ivor-Lewis Ösophagektomie aufgrund eines resektablen Karzinoms des Ösophagus oder der Kardia operiert worden waren. Anschliessend erfassten wir die Lebensqualität der verfügbaren Patienten mittels der deutschsprachigen Versionen der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) QoL-Fragebogen QLQ-C30 und QLQ-OES18.

Ergebnisse: Insgesamt wurden während der untersuchten 10-Jahres-Periode 126 Patienten operiert. Zum Zeitpunkt der Analyse im Jahre 2010 waren 34 Patienten (27%) für eine Befragung verfügbar, 85 Patienten (67%) waren verstorben und 7 Patienten (6%) konnten nicht nachuntersucht werden. 32 der 34 verfügbaren Patienten (94%) beantworteten die Fragebogen. Das mediane Zeitintervall zwischen Befragung und Operation lag bei 47 Monaten (Range 21-135). 26 Patienten (81%) beurteilten ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität als gut bis ausgezeichnet (5-7 auf einer Skala von 1-7), was einem mittleren QoL-Score von 76.3 von 100 (CI 95% 70.7-81.9) entspricht. Die mittleren Scores der Funktionsskalen lagen alle zwischen 77.1 und 85.4. Die höchsten mittleren Scores der Symptomskalen waren Müdigkeit (37.8), Diarrhoe (25.0) und Nausea (22.9). Die mittleren Scores der ösophagusspezfischen QLQ-OES18 Symptomskalen betrugen 41.1 für Reflux, 25.5 für Probleme beim Essen, 17.4 für Schmerzen und 10.1 für Dysphagie.

Schlussfolgerung: Nach Ivor-Lewis Ösophagektomie aufgrund eines resektablen Karzinoms des Ösophagus oder der Kardia beurteilten 81% der Patienten ihre Lebensqualität als gut bis ausgezeichnet. Reflux und Müdigkeit waren die relevantesten Symptome. Die Ivor-Lewis Ösophagektomie bietet Patienten eine generell gute Lebensqualität im Langzeitverlauf.