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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Überlebenszeiten und perioperative Komplikationen bei Patienten mit Hirnmetastasen

Meeting Abstract

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  • Andrei Dymerets - Klinikum Saarbrücken gGmbH, Neurochirurgie, Saarbrücken
  • Cornelia Cedzich - Klinikum Saarbrücken gGmbH, Neurochirurgie, Saarbrücken

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch236

DOI: 10.3205/12dgch236, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2365

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Dymerets et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Verbesserte Therapien und diagnostische Verfahren in der Krebsbehandlung stellen für Neurochirurgen eine zunehmende Herausforderung bei der Behandlung der Patientinnen/-en mit Hirnmetastasen dar.

Zwei grundsätzliche Fragen wurden in diesem Zusammenhang untersucht:

1.
Ist die Überlebenszeit und Überlebensqualität, gemessen am neurologischen Status, Mobilität und Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten der operativ behandelten Patienten länger und besser als diejenige der ausschließlich bestrahlten?
2.
Ist die Hirnoperation mit einem für den Patienten vertretbaren Risiko behaftet, d.h. wie hoch ist der Prozentssatz der perioperativen Morbidität und Mortalität?

Material und Methoden: Es wurden zwei prospektive, nicht randomisierte Studien durchgeführt.

Die erste Studie umfasste 162 Patientinnen/-en, die entweder operiert oder ausschließlich bestrahlt wurden, in einem Zeitabschnitt vom 01.04.2006 bis 31.12.2008.

Die zweite Studie umfasste 120 Patientinnen/-en, die im Zeitraum vom 01.06.2010 bis 01.06.2010 an ihrer Hirnmetastase operiert wurden. Die perioperativen Komplikationen und unmittelbaren Todesursachen wurden untersucht.

Ergebnisse:

1.
Die operierten Patienten zeigen eine statistisch signifikant längere Überlebenszeit als den auschließlich bestrahleten.
2.
Die operierten Patienten wiesen postoperativ zum Zeitpunkt der Entlassung eine bessere Lebensqualität bzgl. kognitiver Funktion, Mobilität und motorischer Defizite auf.
3.
Chirurgische Komplikationen traten in 6,5% der Fälle auf. Die perioperative Mortalität betrug weniger als 2%.
4.
42% der Patientinnen/-en starben an einem Progress der extrazerebralen Metastasen ohne Nachweis eines Rezidivs ihrer Hirnmetastase. 29% der Patientinnen/-en wiesen sowohl einen Progress der extrazerebralen Metastasen als auch der intrazerebralen Metastasierung auf und starben hieran. Diese Daten wurden während 24 Monaten postoperativ erfasst.

Schlussfolgerung:

1.
Eine operative Entfernung der Hirnmetastasen sollte immer erwogen werden. Hierbei muss eine extrazerebrale Metastasierung in die Indikationsstellung mit einbezogen werden.
2.
Die Ergebnisse der Behandlung von Hirnmetastasen stellen eine weitere Herausforderung an die systematische Tumorbehandlung dar, da mehr als die Hälfte der Patienten nicht an den Hirnmetastasen, sondern an einem systematischen Tumorprogress versterben.