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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Medizinische Behandlung russischer Kinder in Deutschland – Pro und Contra

Meeting Abstract

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  • Martin M. Kaiser - Univ.-Klinikum S-H, Campus Lübeck, Klinik für Kinderchirurgie, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch222

DOI: 10.3205/12dgch222, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2221

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Kaiser.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dank Internet und heutiger Mobilität suchen etliche russische Eltern die medizinische Behandlung komplexer Erkrankungen ihrer Kinder im Ausland. Ursachen sind die Ängste vor (größeren) Operationen sowie mangelnde Behandlungsmöglichkeiten vor Ort. Am Anfang des Prozesses stehen oft ungenaue Anfragen, die vermutlich an diverse Kliniken verschickt werden. Ziel der Studie ist die Analyse der Vor- und Nachteile dieser Betreuung.

Material und Methoden: Analysiert wurden die Akten aller Patienten aus Russland bzw. den ehemaligen zugehörigen Ländern, die innerhalb der letzten 3 Jahre an unserer Klinik behandelt wurden. Weiterhin wurden alle Anfragen ermittelt, die bislang zu keiner Behandlung führten.

Ergebnisse: Erfasst wurden 12 Korrespondenzen ohne Vorstellung bzw. 18 behandelte Kinder. 6 Patienten waren vorbehandelt und teilweise bis zu 5mal voroperiert. Die Diagnosen waren: 7 sehr ausgedehnte Lymphangiome, 6 ausgedehnte Hämangiome (davon 2mal PHACE), 1 diffuse Lymphangiektasie, 1 NF Typ 1, 1 Lipomatose, 1 Kurzdarmsyndrom und 1 V.a. WK-Frakturen. Es waren 1-4 stationäre Aufenthalte bzw. 0-5 Operationen erforderlich.

Schlussfolgerung: Die medizinische Betreuung ausländischer Kinder in Deutschland ermöglicht die Behandlung seltener und komplexer Erkrankungen. Oft kann der Zustand der Kinder deutlich verbessert werden bzw. ist eine Heilung möglich. Andererseits gilt es neben der komplexen Planung diverse Probleme zu bewältigen: a) die Sprachbarriere b) meist ist ein Arzt als Behandler und Vertrauter der Eltern sehr zeitaufwändig gebunden c) die Betreuung per Internet sowohl vor als auch nach der stationären Behandlung ist teilweise unbefriedigend.