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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Zur Veränderung der Gesichtsmorphologie nach bariatrischer Chirurgie – Erste Ergebnisse einer anthropometrischen Verlaufsstudie auf Basis optischer 3D-Scans

Meeting Abstract

  • Heike Hümpfner-Hierl - Universitätsklinikum Leipzig, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Leipzig
  • Edward Shang - Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik f. Viszeral-, Transplantations-, Thorax- u Gefäßchirurgie, Leipzig
  • Michael Stumvoll - Universitätsklinikum Leipzig, Klinik u. Poliklinik für Endokrinologie u. Nephrologie, Leipzig
  • Matthias Blüher - Universitätsklinikum Leipzig, Klinik u. Poliklinik für Endokrinologie u. Nephrologie, Leipzig
  • Alexander Hemprich - Universitätsklinikum Leipzig, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Leipzig
  • Thomas Hierl - Universitätsklinikum Leipzig, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch208

DOI: 10.3205/12dgch208, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2082

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Hümpfner-Hierl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine hohe Gewichtsabnahme ist das Ziel bariatrischer Chirurgie. Weiterhin scheint es offensichtlich, dass adipöse Patienten auch in ihrer Gesichtsmorphologie von der Norm abweichen. Hier stellt sich zum einen die Frage, wie sich diese nach bariatrischer Chirurgie verändert, zum anderen welcher Bedarf an ästhetisch-plastischer Gesichtschirurgie sich hieraus ergibt.

Material und Methoden: Bei Patienten, die sich im IFB Adipositas des Universitätsklinikums Leipzig bariatrischer Chirurgie unterziehen, werden seit September 2010 präoperativ sowie im postoperativen Verlauf optische 3D-Scans des Gesichts mit Hilfe eines auf Stereo-Fotogrammetrie beruhenden 3D-Scanners (Vectra, Fa. Canfield, USA) angefertigt. Bisher konnten 30 Patienten präoperativ gescannt werden. Von 12 Patienten liegen im Verlauf der Gewichtsabnahme durchgeführte erste postoperative Scans vor. Zur morphologischen Analyse wurden in der Anthropometrie etablierte Strecken, Winkel und Streckenverhältnisse verwendet. Bei diesen Patienten handelt es sich um 12 Frauen mit einem Altersmedian von 45 Jahren mit einem durchschnittlichen präoperativen BMI von 52,9. Nach einem Zeitraum von ca. drei Monaten wurde jeweils der erste postoperative Gesichtsscan bei einem durchschnittlichen BMI von 44,6 durchgeführt.

Ergebnisse: Im Vergleich präoperative versus postoperative Scans zeigten sich bei einer Verbesserung des BMI von 52,9 auf 44,6 Veränderungen der morphologischen Gesichtparameter. So verringerte sich die bigoniale Breite von im Mittel 144 Millimeter auf 135 Millimeter, während die Jochbeinbreite mit präoperativ 140 Millimeter und postoperativ 137 Millimeter einer geringeren Veränderung unterlag. An diesen Werten zeigt sich auch, dass sich die Kopfform von einer eher runden zu einer eher ovalen Form entwickelt. Bei den bisherigen Gewichtsabnahmen zeigten sich bisher keine Hautüberschüsse, was sicherlich auf die Besonderheit der mimischen Muskulatur zurückzuführen ist.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Schlussfolgerung: Bei Patienten, die sich bariatrischer Chirurgie unterziehen, konnten bereits nach kurzer Zeit messbare Veränderungen der Gesichtsmorphologie festgestellt werden. Genauere Aussagen zu deren weiterer Entwicklung werden im Rahmen des weiteren Verlaufs dieser Studie möglich. Bezüglich der sich ergebenden Notwendigkeit plastisch-ästhetischer Gesichtschirurgie können zum gegenwärtigen Stand der Gewichtsabnahme noch keine Aussagen getroffen werden.