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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Langstreckige Dekompressionen und Fusionen bei zervikaler Myelopathie

Meeting Abstract

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  • Jörg Klekamp - Christliches Krankenhaus, Neurochirurgie, Quakenbrück

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch197

doi: 10.3205/12dgch197, urn:nbn:de:0183-12dgch1976

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Klekamp.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die zervikale Myelopathie stellt eine häufige Erkrankung dar als Folge degenerativer Veränderungen der Halswirbelsäule. In dieser Arbeit sollen zwei Gruppen von Patienten gegenübergestellt werden, die bei degenerativen Veränderungen über mindestens 3 Segmente durch Dekompressionen und Stabilisierungen behandelt wurden: Myelopathie allein aufgrund degenerativer Veränderungen (Gruppe A) und Myelopathie bei chronischer Vorerkrankung des Rückenmarks (Gruppe B).

Material und Methoden: Seit 2005 wurden 27 Patienten (16 Männer, 11 Frauen) mit progredienter zervikaler Myelopathie langstreckig dekomprimiert und fusioniert (dorsal 24 Patienten, dorsoventral 2 Patienten, ventral 1 Patient). 12 Patienten wurden der Gruppe A, 15 der Gruppe B (13 Syringomyelien, 1 multiple Sklerose und 1 Folgezustand einer Poliomyelitis) zugeordnet. Der Verlauf wurde mit dem Europäischen Myelopathie Score (EMS) und dem Myelopathie Score der Japanischen Orthopädischen Gesellschaft (JOA) dokumentiert.

Ergebnisse: Patienten der Gruppe A waren älter (67+/-14 Jahre) als in Gruppe B (56+/-11 Jahre) (p=0.02) bei kürzerer Anamnese (11+/-13 Monate zu 62+/-135 Monate) (p=0.08). Präoperativ hatten Patienten der Gruppe A bessere Scores (EMS 12.8+/-2.4, JOA 11.8+/-3.1) im Vergleich zu Gruppe B (EMS 10.9+/-3.4, JOA 8.5+/-4.8) (p=0.03). Das durchschnittliche Follow-Up betrug 13+/-21 Monate. Postoperativ gaben 17 Patienten eine Besserung an, während 8 Patienten unverändert blieben und ein Patient sich verschlechterte. 6 der 8 unveränderten Patienten entfielen auf die Gruppe B. Dementsprechend verbesserten sich die Scores postoperativ nur in Gruppe A (Gruppe A: EMS 14.2+/-2.6, JOA 13.4+/-3.4, Gruppe B: EMS 11.3+/-3.3, JOA 8.7+/-4.6) (p=0.005).

Schlussfolgerung: Die langstreckige Dekompression und Fusion der Halswirbelsäule ist eine effektive Behandlung der progredienten zervikalen Myelopathie. Bei chronischern Vorschäden des Rückenmarks ist nur eine Stabilisierung des Zustandes erreichbar im Vergleich zu Patienten ohne Vorerkrankung des Rückenmarks, die sich trotz deutlich höherem Alter überwiegend postoperativ gebessert haben. Patienten mit Vorerkrankungen des Rückenmarks bedürfen daher frühzeitiger Intervention bei Ausbildung einer zervikalen Myelopathie.