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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Die Behandlung der Dupuytren´schen Kontraktur mittels Kollagenaseinjektion: erste Erfahrungen aus der klinischen Praxis

Meeting Abstract

  • Timo Spanholtz - LMU München, Universitätsklinik, Klinik für Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, München
  • Thomas Holzbach - LMU München, Universitätsklinik, Klinik für Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, München
  • Jens Wallmichrath - LMU München, Universitätsklinik, Klinik für Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, München
  • Claus Deglmann - LMU München, Universitätsklinik, Klinik für Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, München
  • Andreas Frick - LMU München, Universitätsklinik, Klinik für Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, München
  • Riccardo Giunta - LMU München, Universitätsklinik, Klinik für Handchirurgie, Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch193

DOI: 10.3205/12dgch193, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1930

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Spanholtz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit kurzem steht in Europa mit dem Präparat Xiapex® (Pfizer, Deutschland) ein minimalinvasives Verfahren zur enzymatischen Andauung des Dupuytren-Kontrakturstrangs zur Verfügung. Über die bisherige Erfahrung mit der klinischen Anwendung dieses Präparats unter Berücksichtigung von Komplikationen wird berichtet.

Material und Methoden: Im Rahmen dieser Studie wurden bis dato 16 Injektionen an insgesamt 12 Dupuytren-Kontraktursträngen an acht Patienten durchgeführt. Das mittlere Alter der Patienten betrug 62,5 (48-74) Jahre. Die Herstellung der Gebrauchslösung und die Injektion erfolgten gemäß Empfehlungen des Herstellers. Bei Beteiligung sowohl des Fingergrundgelenkes (MP-Gelenkes) als auch des Mittelgelenkes (PIP-Gelenkes) erfolgten die Injektionen zweizeitig. Fünfmal wurde ausschließlich über dem MP-Gelenk injiziert, 4 mal ausschließlich über der Grundphalanx des betroffenen Fingers und 3 mal über beiden. Vor der Behandlung und 14 Tagen nach der manuellen Strangdurchbrechung wurde die Beugekontraktur des behandelnden Gelenkes mittels eines Winkelmessers für kleine Gelenke gemessen. Nebenwirkungen und Komplikationen wurden unmittelbar bei Auftreten schriftlich erfasst. Des Weiteren wurde erfasst, ob die Patienten nach Behandlung Schmerzmittel einnahmen.

Ergebnisse: Das Gesamtstreckdefizit aller behandelten Finger konnte durch die Behandlung statistisch signifikant von 103°±12° auf 37°±9° reduziert werden. Im MCP-Gelenk war das Streckdefizit von 47°±8° auf 14°±5° und im PIP-Gelenk von 69°±10° auf 37°±11° zurückgegangen (p<0.05). Bei 5 behandelten Strängen war der Verlauf unauffällig, auftretende Komplikationen postinterventionell waren Ödem (n=5), Erythem (n=4), Hauteinriss (n=2) und Blasenbildung (1). Sechs Patienten bedurften nach der Behandlung für maximal 4 Tage einer Schmerzmedikation.

Schlussfolgerung: Die Kollagenasebehandlung scheint eine sichere und effektive Methode zur Therapie der Dupuytrenschen Kontraktur darzustellen. Entgegen der prima vista simpel erscheinenden Maßnahme ist zur Optimierung des Behandlungsergebnisses und zur Minimierung von Komplikationen besonderes Augenmerk auf die fachgerechte Applikation der Substanz zu richten. Bedingung für den Einsatz dieser Therapie sind demzufolge präzise anatomische Kenntnisse sowie Bereithaltung handchirurgischer Interventionsmöglichkeiten. Durch umfangreiche Untersuchungen wird der Stellenwert dieser Behandlungsmethode in Bezug zur PNF und insbesondere zur partiellen Aponeurektomie ermittelt werden müssen um für jede Methode eine klare Indikationenstellung zu erarbeiten.