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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Etablierung eines Algorithmus zur operativen Behandlung der Gynäkomastie

Meeting Abstract

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  • Andreas Wolter - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf
  • Till Scholz - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf
  • Jutta Liebau - Kaiserswerther Diakonie - Florence Nightingale Krankenhaus, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch188

DOI: 10.3205/12dgch188, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1883

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Wolter et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Gynäkomastie ist eine Vergrößerung der Brustdrüse des Mannes. Je nach Ausmaß der Fehlanlage, die von einer klinisch nur palpatorisch feststellbaren Verdickung des Drüsenkörpers (Grad I nach Hall) über eine bereits inspektorisch gut erkennbare Brustvergrößerung (Grad II) bis zu einem einer weiblichen Brust entsprechenden Befund (Grad III) reicht, sollten unterschiedliche operative Maßnahmen eingesetzt werden. Aufgrund der Erfahrungen in unserer Klinik wurde ein Algorithmus für die operative Behandlung der Gynäkomastie etabliert (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Material und Methoden: In unserer Klinik wird die Gynäkomastie in Abhängigkeit von ihrer Ausprägung möglichst narbensparend operiert. Entscheidend für die operative Planung sind hierbei der Schweregrad, der Hautüberschuss sowie die Relation der Brustwarze zur Inframammärfalte (IMF). Bei einem Ausgangsbefund ohne Hautüberschuss und Lokalisation der Brustwarze oberhalb der IMF (Grad I) erfolgt die subkutane Mastektomie über eine periareoläre Inzision sowie eine angleichende wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL). Bei vermehrtem Hautüberschuss und gut tastbarer Brustdrüse (Grad II) erfolgt zusätzlich zu dem vorgenannten Vorgehen eine periareoläre Straffung, gegebenenfalls im Sinne einer Benelli-Pexie. Bei den seltenen drittgradigen Befunden mit Nippelposition unterhalb der IMF wird ein inframammärer Zugang mit kaudaler Stielung des Mamillen-Areolen-Komplexes verwendet.

Ergebnisse: Im Zeitraum von 01/2009 bis 05/2011 führten wir insgesamt 86 Operationen bei Gynäkomastie durch. Hiervon erfolgten 74 bei beidseitigem Befund und 12 bei einseitigem Befund. Bei den beidseitigen Befunden konnten 54 narbensparend über einen periareolären Zugang (Grad I) operiert werden, 15 mit zusätzlicher periareolärer Straffung (Grad II) und fünf über einen inframammären Zugang (Grad III). Bei den einseitigen Befunden wurden alle über einen periareolären Zugang operiert ohne zusätzliche Straffung (Grad I). An Komplikationen waren zwei Nachblutungen, eine Epitheliolyse der Mamille und eine oberflächliche Wundinfektion zu verzeichnen.

Schlussfolgerung: Die operative Behandlung der Gynäkomastie sollte möglichst narbensparend erfolgen. Hierbei ist die Wahl des operativen Verfahrens abhängig von der Relation der Brustwarze zur Inframammärfalte, vom "Hautmantel" sowie vom Volumen des zu resezierenden Brustdrüsengewebes. Diese Vorgehensweise ist komplikationsarm, kosteneffizient und zeigt eine hohe Patientenzufriedenheit. Durch das differenzierte, befundabhängige Verfahren werden alle Aspekte der Gynäkomastie mit ästhetisch sehr zufriedenstellenden Ergebnissen adäquat behandelt.