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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Früh- und Spätveränderung der Lebensqualität nach Operationen am Pankreas

Meeting Abstract

  • Orlin Belyaev - St. Josef-Hospital , Chirurgische Klinik, Bochum
  • Torsten Herzog - St. Josef-Hospital , Chirurgische Klinik, Bochum
  • Dominique Sülberg - St. Josef-Hospital , Chirurgische Klinik, Bochum
  • Christophe Müller - St. Josef-Hospital , Chirurgische Klinik, Bochum
  • Ansgar Michael Chromik - St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, Chirurgische Klinik, Bochum
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital , Chirurgische Klinik, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch141

DOI: 10.3205/12dgch141, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1417

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Belyaev et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Studie untersuchte, wie sich die Lebensqualität (LQ) von Patienten, die am Pankreas operiert wurden, innerhalb der ersten 2 Jahre nach der Operation verändert. Die Veränderung der LQ wurde entsprechend der Diagnosen und des erfolgten Eingriffs analysiert.

Material und Methoden: Die körperliche und die psychische Summenskala (KSK und PSK) der LQ wurde prospektiv präoperativ, 3 und 24 Monate postoperativ bei am Pankreas operierten Patienten, mittels des SF-36 Fragebogens erfasst.

Ergebnisse: 133 Patienten nahmen an der Studie prä- und 3 Monate postoperativ teil. 2 Jahre postoperativ hatten 82 Patienten den Fragebogen ausgefüllt, 49 waren verstorben, 11 verweigerten die Teilnahme oder waren nicht erreichbar. Die 2-Jahres Überlebensrate war bei malignen Tumoren (MT) 41% (31/76), bei benignen Tumoren (BT) 100% (19/19), bei chronischer Pankreatitis (CP) 87% (33/38). Die KSK war präoperativ bei Patienten mit MT und CP niedriger als in der deutschen Normalbevölkerung; bei Patienten mit BT war die KSK unverändert zur Allgemeinbevölkerung. Bei MT fiel die KSK kontinuierlich ab. Bei Patienten mit CP und BT war die KSK nach einer initialen Verschlechterung 3 Monate postoperativ nach 2 Jahren gleich bzw. höher als präoperativ (Tabelle 1 [Tab. 1]). Die PSK war am niedrigsten bei MT. Die PSK war bei MT und CP im Verlauf gleichbleibend. Bei BT war die PSK 3 und 24 Monate postoperativ signifikant höher als präoperativ. Am niedrigsten waren die KSK und die PSK bei MT mit palliativen Eingriffen. Nach Resektion bestand die niedrigste KSK und PSK unabhängig von der Diagnose bei Patienten mit totaler Pankreatektomie. Patienten mit CP und Pankreasteilresektion profitierten auf Dauer am meisten von einer Operation.

Schlussfolgerung: Die präoperative LQ von Patienten mit Pankreaserkrankungen war im Vergleich zu gesunden Menschen reduziert. Früh postoperativ war die LQ abhängig von der Art des chirurgischen Eingriffs und von der Diagnose. Spät postoperativ war die LQ hauptsächlich durch die Grunderkrankung bestimmt.