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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

How we do it – HIPEC in offener Lavagetechnik

Meeting Abstract

  • Christoph Ulmer - Robert-Bosch-Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart
  • Waltraud Zopf - Robert-Bosch Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart
  • Gernot Hipp - Robert-Bosch Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart
  • Marina Münch - Robert-Bosch Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart
  • Richard Kam - Robert-Bosch Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart
  • Tobias Leibold - Robert-Bosch Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart
  • Klaus-Peter Thon - Robert-Bosch Krankenhaus, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch119

DOI: 10.3205/12dgch119, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1198

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Ulmer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Verfahren der hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC) hat sich für die Therapie der Peritonealkarzinose bei einer Reihe von Tumorentitäten etabliert. Zur Durchführung des Spülverfahrens nach zytoreduktiver Chirurgie (CRS), gibt es verschiedene Techniken, von denen bisher keine durch eine Studie in ihren Vorteilen bestätigt werden konnte. Durch die Präsentation unserer Daten wollen wir auf einen wenig genannten Vorteil des offenen Verfahrens hinweisen.

Material und Methoden: In unserer Klinik wird nach CRS und Anastomosenbildung, mittels modifiziertem Retraktorsystem ein Kolosseum gebildet, bei dem ein max. 5 cm breiter Korridor verbleibt. Hier werden eine Inflow- und zwei Outflowdrainagen gelegt und dem Operateur Raum für die gleichmäßige Verteilung des Perfusats insbesondere in die Bursa omentalis und Zwerchfellrecessi gegeben, ohne größeren Wärmeverlust in Kauf zu nehmen. Die Temperatur wird am Exchanger und intraperitoneal gemessen. Aus Sicherheitsgründen wird während der Lavage die Personalzahl im Saal auf drei reduziert.

Ergebnisse: Zwischen 2008 und 2011 wurde bei 45 Patienten eine HIPEC in o.g. Technik durchgeführt. Eine Zieltemperatur von 42°C konnte in einer medianen Zeit von 8,5 min (5,5-14min) erreicht werden und über die Lavagedauer konstant gehalten werden. Dem erwarteten Anstieg der Körperkerntemperatur musste bei 47% der Patienten mit kalten Infusionen entgegengewirkt werden. In 3 Fällen musste kurzzeitig die Lavage unterbrochen werden; in 2 Fällen aufgrund eines Volumenverlustes in den Thorax und in einem Fall wegen Outflowkatheterokklusion. Katheterdislokationen oder großflächige Kontaminationen des Personals traten in keinem Falle auf. Aufgrund von Nachblutung bzw. zwei Fasziendehiszenzen mussten 3 Patienten re-laparotomiert werden. Ein Patient verstarb perioperativ an einer fulminanter Pneumonie.

Schlussfolgerung: Die HIPEC in offener Lavagetechnik hat den Vorteil, dass ein schnelleres Eingreifen im Fall von Komplikationen (Blutung, Volumenverlust in den Thorax, Outflow-Okklusion) möglich ist, und behält, bei einhalten definierter Sicherheitsstandards, alle Vorteile der geschlossenen Technik. Es wurde eine gleichmäßigere Verteilung des Chemotherapeutikums ohne verzögerten Temperaturanstieg oder Temperaturschwankungen erreicht.