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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom – eine chronische Erkrankung?

Meeting Abstract

  • Elisabeth Schellhaas - Charite Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Marie-Charlotte König - Charite Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Stefan Siepmann - Charite Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Heinz-Johannes Buhr - Charite Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Hubert Georg Hotz - Charite Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch118

DOI: 10.3205/12dgch118, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1182

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schellhaas et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das medulläre Schilddrüsenkarzinom ist mit 5-10% aller Schilddrüsenkarzinome ein seltenes Malignom. Hinzu kommt, dass selbst Patienten im metastasierten Stadium häufig noch über viele Jahre leben, was den Vergleich verschiedener Therapiekonzepte erschwert. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse des Langzeitüberlebens von Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom in Abhängigkeit von der initialen Therapiestrategie.

Material und Methoden: In die Analyse eingeschlossen wurden alle in unserer Abteilung wegen eines medullären Schilddrüsenkarzinoms operierten Patienten. Hierbei wurde unterschieden zwischen Patienten, die in unserer Abteilung ihre Primäroperation erhielten und Patienten, die primär extern voroperiert wurden. Analysiert wurde das Langzeitüberleben in Abhängigkeit vom Ort der primären Operation sowie die Anzahl der Operationen im weiteren Krankheitsverlauf.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 171 Patienten analysiert, 73 wurden primär in unserer Abteilung operiert, 98 extern. Von den 73 primär bei uns operierten Patienten wurden 24 für die weitere Analyse ausgeschlossen, da die Operation prophylaktisch erfolgt war und daher bei diesen Patienten mit einer sehr geringen Rezidivrate zu rechnen war. Die primär extern operierten Patienten waren im Mittel jünger (40±14 Jahre vs. 53±17 Jahre) bei Erstdiagnose. Von den primär in unserer Abteilung operierten Patienten mussten im weiteren Verlauf 25% erneut operiert werden. Von den primär extern operierten Patienten wurden 70% mindestens dreimal im Laufe ihres Lebens operiert, 37% sogar mehr als dreimal. Das Langzeitüberleben beider Patientengruppen zeigt keinen wesentlichen Unterschied: Nach einem mittleren Follow-up (gerechnet ab der Primäroperation) von 176±111 Monaten waren 30 von 98 der primär extern operierten Patienten verstorben. Bei den primär in unserer Abteilung operierten Patienten waren nach 92±73 Monaten 14 von 48 Patienten verstorben.

Schlussfolgerung: Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom haben auch dann eine gute Prognose quo ad vitam, wenn sie Rezidivoperationen benötigen. Eine onkologisch radikale Primäroperation reduziert die Häufigkeit von Rezidiveingriffen.